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Duisburg: Viele Duisburger müssen pendeln

Duisburg : Viele Duisburger müssen pendeln

Aktuelle Zahlen belegen, dass pro Jahr 100.000 Menschen nach Duisburg pendeln, darunter auch viele Studenten. Auf der anderen Seite haben über 90.000 Duisburger einen langen Weg zur Arbeitsstelle außerhalb der Stadt.

In Duisburg ist die Zahl der Pendler seit einigen Jahren vergleichsweise konstant, aber auf einem hohen Niveau geblieben. Das belegen die aktuellsten Statistiken des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW).

Von den knapp 500.000 Einwohnern sind 2015 rund 92.000 Personen ausgependelt, haben ihren Arbeitsplatz also außerhalb von Duisburg. Auf der anderen Seite sind fast 100.000 Menschen in die Stadt gekommen - der Großteil, um zu arbeiten oder zu studieren. Die meisten Pendler in Duisburg bewegen sich aber innergemeindlich - die Zahl liegt bei circa 119.000. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren haben sich diese Statistiken laut IT.NRW kaum verändert.

Ähnlich geblieben sind auch die Einpendlerströme und damit verbunden die Frage, aus welchen Städten die Berufstätigen nach Duisburg kommen. Spitzenreiter sind die direkt angrenzenden Kommunen Oberhausen und Moers mit jeweils knapp 10.000 Einpendlern in 2015. Auf den weiteren Plätzen folgen Städte, die ebenfalls direkt an Duisburg grenzen: Essen (7.300) Dinslaken (6.700), Mülheim (6.100), Düsseldorf (4.300) und Krefeld (3.600). Als einzige Stadt, die weiter von Duisburg entfernt liegt, schafft es Dortmund in die Statistik. Von dort sind 2015 etwa 2.200 Personen eingependelt.

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Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Auspendlerströmen, da auch hier vorrangig die erwähnten und direkt angrenzenden Gemeinden wie Oberhausen oder Mülheim bevorzugt werden. Doch eine Zahl sticht heraus: 18.500 Duisburger - und damit jeder fünfte - sind 2015 nach Düsseldorf gependelt. Zum Vergleich: Nach Essen, der zweitgrößten Auspendlergemeinde, sind lediglich 8.800 Personen gependelt. Nennenswert ist auch, dass knapp 2.000 Duisburger nach Köln sowie 1.300 Menschen nach Bochum pendeln, obwohl diese Städte knapp 80 beziehungsweise 40 Kilometer entfernt liegen.

Die Agentur für Arbeit in Duisburg erkennt in den Pendelbewegungen, dass viele Berufstätige unter bestimmten Voraussetzungen einen weiten Weg zur Arbeit in Kauf nehmen - vor allem aber, um Arbeitslosigkeit zu verhindern. "Für einen attraktiven Arbeitsplatz nehmen Arbeitslose durchaus weite Strecken auf sich. Je nach Qualifikationsstand ist ihnen auch sehr bewusst, dass der Job eben nicht vor der Haustür zu finden ist", sagt Hubert Kathage, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Duisburg. Die Behörde hält fest, dass sich Personen in akademischen Berufen immer häufiger mit weiten Strecken bis zum Arbeitsplatz und langen Pendelzeiten anfreunden müssen. Es komme auch nicht selten vor, dass Akademiker sich dazu entschließen, für einen Job in eine andere Stadt zu ziehen.

Das Pendlerproblem betrifft aber nicht nur Berufstätige oder Arbeitslose, sondern auch viele Studenten an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Von den 43.000 Studenten haben laut eigenen Angaben 33.300 ihren Erstwohnsitz in NRW. Davon aber lediglich circa 5.000 in Duisburg und 6.800 in Essen. Der Rest der Studenten - ungefähr zwei Drittel - muss folglich jeden Tag zum Campus pendeln.

Aus diesem Grund versucht die "Pendleruniversität" das Leben der Studenten auf verschiedene Weise zu erleichtern. Neben dem NRW-Semesterticket, das für Bahnfahrten in ganz NRW gültig ist, stellt die UDE weitere Angebote zur Verfügung: "Zwischen den Campi gibt es beispielsweise einen stündlichen Bus-Shuttle", sagt Ulrike Bohnsack aus der Pressestelle der Universität Duisburg-Essen.

Eine gute und günstige Möglichkeit, das Pendeln zur UDE zu verhindern, bieten die Studentenwohnheime. Über 2.400 Studenten können in den Unterkünften in Duisburg, Essen und Mülheim wohnen. Doch die Nachfrage ist enorm: Es herrscht in der Regel Vollvermietung. Zudem ist der Andrang zu Beginn des Wintersemesters sehr hoch: "Dann können sich um die 300 Studierende auf der Warteliste befinden", erklärt Petra Karst, Leiterin der Stabsstelle Kommunikation und Kultur des Studierendenwerkes.

Obwohl die Kapazitäten der Wohnheime im Normalfall ausgelastet sind, sei kein weiteres Wohnheim in Duisburg geplant. Für einige Studenten bleibt dann nur noch die Fahrt mit dem Auto oder der Bahn, um zur Universität zu gelangen.

(jlu)