Duisburg: Viel Wohlwollen und ein Kritiker

Duisburg : Viel Wohlwollen und ein Kritiker

Proppevoll war der Saal im Gemeindehaus Auf dem Wege bei der Bürgeranhörung zur Bebauung auf dem Gelände der ehemaligen Alfred-Hitz-Schule in Bergheim. Dort sollen zwischen der Lange Straße und der Trompeter Straße ein Rewe-Supermarkt mit Café, eine zweistöckige Sparkassenfiliale und ein dreistöckiges Mehrfamilienhaus entstehen.

Bei der Bürgeranhörung im Rahmen der Sitzung der Rheinhauser Bezirksvertretung zeigte sich ein größtenteils wohlwollendes Bild der Anwohner gegenüber den Planungen. Fragen kamen vor allem auf zum Lärm- und Sichtschutz der umliegenden Häuser. Aber nicht alle finden die Ansiedlung des Vollversorgers gut. Deutliche Kritik kam von Markthändlerchef Rudi Lisken. An die Stelle der Hitz-Schule gehöre Wohnbebauung. Außerdem würde mit einem Vollversorger aller Voraussicht nach die Geschäftsgrundlage des nahe gelegenen Edeka-Marktes zerstört. "So etwas brauchen wir hier überhaupt nicht!" Der Edeka setze als genossenschaftlicher Betrieb auf die Produkte von Rheinhauser Unternehmen. Daraufhin erwiderte ein Bürger, dass Herr Lisken als Kartoffelhändler wohl auch diesen Edeka-Markt beliefern würde und er daher vor allem seine finanziellen Interessen vertrete. Das wies dieser aber mit dem Hinweis zurück, dass ihm Bergheim ganz besonders am Herzen liegen würde.

Neben diesen kleineren Scharmützeln zwischen der vergleichsweise kleinen, rund zehnköpfigen Gegner-Gruppe um Lisken und den weitgehend neutralen bis wohlwollend gestimmten restlichen knapp 100 Bürgern blieb es weitgehend sachlich. Eine Vertreterin des Amtes für Stadtentwicklung erläuterte, dass sich das Verfahren zur Bauleitplanung noch in einem frühen Stadium befinde und die Öffentlichkeit auch später noch die Möglichkeit haben werde sich zu beteiligen. Architekt Dieter Düster ging noch etwas genauer auf die Ausgestaltung des Geländes ein. 1.300 Quadratmeter werde der Supermarkt haben. In dem Wohnhaus sollen 20 bis 22 Wohnungen Platz finden.

45 bis 47 neue Bäume sollen vor allem an den Gelände-Rändern gepflanzt werden. Außerdem sollen die Bäume, die den Schulhof zur Trompeter Straße begrenzt haben, erhalten bleiben. Dort soll auch die Einfahrt für Autos zum Supermarktparkplatz (knapp 90 Stellplätze) sein. Von der Lange Straße aus sollen die Bewohner des Wohnhauses zu ihren Parkplätzen kommen. Ferner habe es Gutachten zu Verkehr und Lärm gegeben. Die hätten keine Probleme ergeben. Und auch ein Verträglichkeitsgutachten habe ergeben, dass die Auswirkungen eines neuen Vollsortimenters in Bergheim auf die Geschäfte am Hochemmericher Markt zu vernachlässigen seien.

(RP)