Duisburg: Victoire aus Togo zu Gast in Huckingen

Duisburg : Victoire aus Togo zu Gast in Huckingen

Die Austauschschülerin aus Togo gewann einen Deutsch-Wettbewerb und verbringt nun zwei Wochen in Duisburg. Sie ist vor allem verblüfft über den hiesigen Straßenverkehr und die Supermärkte.

Die Leute hier sollten mehr lachen. Das eher verhalten freundliche Erscheinungsbild der Menschen in ihrem Gastland ist der 16-jährigen Victoire in den ersten Wochen ihres Deutschland-Aufenthalts aufgefallen. Die junge Togolesin ist derzeit im Rahmen des Pädagogischen Austauschdienstes auf Deutschland-Tour, zurzeit in Huckingen. Nachdem die Gymnasiastin aus Westafrika bereits eine Woche Bonn kennen gelernt hat und danach drei Tage in München verbringen durfte, lebt sie jetzt bei ihrer Duisburger Gastfamilie in Huckingen.

Gemeinsam mit Janna Witt (16) fährt sie jeden Morgen zum Steinbart-Gymnasium, dort besucht sie einen speziellen Deutsch-Kursus. In ihrer Heimatstadt Dapaong wohnt sie mit ihrer "Mama" Yiwende und ihrer Schwester Rosaline (13) lebt, hat den Deutschland-Aufenthalt im Rahmen eines Wettbewerbs in ihrer Heimat gewonnen.

Sie gehörte zu den vier Gewinnern eines Deutsch-Contests und hat nun Gelegenheit, das Land, dessen Sprache sie so gut spricht, kennen zu lernen.

Victoire fühlt sich wohl in ihrer "Familie auf Zeit". Elke Witt und Tochter Janna mussten Vater Michael "schon überreden", eine Austausch-Schülerin für zwei Wochen aufzunehmen, gab der Huckinger bereitwillig zu. Aber bereut habe er es nicht, letztlich zugestimmt zu haben.

Zur Familie gehört auch Schwester Tabea (13), die durch den Austausch ebenfalls interessante Erfahrungen macht. Vieles sei hier anders, hat die junge Togolesin festgestellt und erwähnt dabei die Wohnhäuser, die Straßenbahnen, das Verkehrsnetz oder auch das Riesenangebot in den Supermärkten."Am Wochenende haben wir auch schon einiges unternommen", berichtete Janna Witt. Dabei ging es mit der Gruppe der Austauschschüler in den Zoo, zum Bowlen und auf die Beecker Kirmes. "Das organisieren wir aber privat", erklärte die 16-Jährige.

Für Victoire waren die deutschen Essgewohnheiten Neuland. Gar nicht gut kam das von Vater Michael zubereitete Nudelgericht an. Schuld daran war die Käse-Sahne-Soße, denn "Victoire mag keinen Käse". Shoppen waren Janna und Victoire auch schon.

Dabei wurde natürlich an Mama Yiwende, die ihre Familie daheim mit Näharbeiten und Kuchenverkauf "über Wasser hält", Schwester Rosaline sowie an Onkel und Tanten gedacht. Neben den Geschenken hat Victoire auch viele neue Eindrücke im Gepäck, wenn es bald wieder heim zu ihrer Familie in den Norden Togos geht.

(RP)
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