VfL Rheinhausen träumt von einem Kunstrasenplatz

Sportanlage ist in die Jahre gekommen : VfL träumt von einem Kunstrasenplatz

Der VfL Rheinhausen hätte gerne seine Anlage saniert, wünscht sich vor allem einen neuen Fußballplatz. Dafür würde man sich von einem Teil des Areals trennen und auch einen weiteren Verein aufnehmen.

Wer aus dem Vereinsheim des VfL hinaus auf die Sportplätze schaut, braucht schon sehr gute Augen, um zu erkennen, wo das Gelände endet. Auf 56.000 Quadratmetern gibt es drei Fußballplätze und jede Menge weitere kleinere Anlagen, auf denen sich die aktuell rund 900 Vereinsmitglieder tummeln können. Was für den Verein Fluch und Segen zugleich bedeutet. Aktuell bedeckt der Schnee das Problem des Vereins. Die Pflege des Rasenplatzes ist zeitintensiv und teuer, der Platz zudem witterungsbedingt nur in den Sommermonaten bespielbar. Die letzte Generalüberholung von Seiten der Stadt gab es vor 30 Jahren, unter anderem ist die Drainage hinüber. Bleiben die beiden Ascheplätze, die viele Fußballer inzwischen aufgrund von erhöhter Verletzungsgefahr ablehnen. Der VfL wünscht sich einen Kunstrasenplatz und hat schon eine Idee für die Umsetzung parat, eigentlich ist es sogar schon die zweite Idee in der Sache. Gespräch mit dem Vorsitzenden Hubert Schneider.

„Unsere Mitgliederzahl ist rückläufig, in der Spitze hatten wir einmal 1200 Aktive“, sagt er. Die Anlage sei schlicht zu groß, zudem würde der Bau eines Kunstrasenplatzes die Attraktivität deutlich erhöhen. Man verspricht sich besonders im Jugendbereich Zuwächse. „Dafür würden wir uns auch schweren Herzens von einem der drei Plätze trennen“, sagt Schneider. Die noch im Sommer im Raume stehende Idee, einen Teil des Rasenplatzes in direkter Nähe zum Johanniter-Krankenhaus zu verkaufen, ist derweil durch eine andere, von der Stadt ins Spiel gebrachte Möglichkeit, abgelöst worden. Schneider: „Verkauf und Bebauung des Rasenplatzes seien deutlich schwieriger umzusetzen als der Verkauf des hinteren Ascheplatzes.“ So würde man am Kreuzacker den umliegenden Grüngürtel durch den Bau eines Klinik-Komplexes zerstören, zudem müsste eine Straße ins Gelände gelegt werden. „Man hat uns gesagt, dass dies alles bis zu sechs Jahre dauern könnte“, so Schneider.

Innerhalb von zwei Jahren könnte man dagegen mit der Abwicklung des Areals fertig sein, das sich direkt an das Wohngebiet Meisenstraße anschließt. Dieses würde aktuell ohnehin erweitert und das Gelände des früheren TuRa Bergheim-Platzes eigne sich ebenfalls gut für den Bau von Häusern, argumentiert der VfL-Vorstand. Der Plan Hubert Schneiders umfasst den Umbau des jetzigen Rasenplatzes zum Kunstrasenfeld, hier müsse ohnehin viel gemacht werden. Der Aschenplatz neben dem Vereinsheim würde bleiben, eine Tartanbahn rund um den neuen Kunstrasenplatz wäre auch sehr wünschenswert.

Dazu kämen vier Tennisplätze, die sich aktuell noch in Friemersheim an der Kaiserstraße befinden. Der Umzug des Tennis Clubs Borussia mit rund 100 Mitgliedern sei von Seiten des dortigen Vorstands gewünscht, man wolle die ohnehin bereits bestehende Kooperation mit dem VfL ausweiten, möglicherweise sogar fusionieren. Weiterer Vorteil: Der Spar- und Bauverein könnte das Gelände an der Kaiserstraße kaufen und es wie seit Jahren forciert bebauen.

Mit insgesamt 800.000 Euro beziffert der VfL-Vorsitzende die Kosten für den Umbau der Anlage, „7500 Quadratmeter ist die Fläche groß, die wir abgeben, um die 150 Euro pro Quadratmeter Bauland sind womöglich zu erzielen“, rechnet Schneider vor. Wobei er weitere Berechnungen zunächst nicht anstellt, ist doch die Idee mit dem Sportplatzverkauf noch gar nicht fix im Verein. Die Vorstandssitzung am 4. Februar soll Klarheit bringen. Die Zeichen stehen laut Vereins-Kassierer Thomas Oel und auch laut Vorsitz Hubert Schneider auf Zustimmung der Kollegen. Sie sagen: „Es ist die beste Idee für den Verein.“

(dc)