Verzögerung bei 6-Seen-Wedau: erst im Mai im Rat der Stadt Duisburg

Wohnbauprojekt : 6-Seen-Wedau erst im Mai Thema im Rat

Eigentlich sollte der Rat der Stadt in der nächsten Sitzung am 25. Februar grünes Licht für das Projekt 6-Seen-Wedau geben. Aufgrund der vielen Einwendungen befasst er sich nun aber erst am 6. Mai mit dem Vorhaben. Derweil läuft bereits die Ausschreibung für das dortige Nahversorgungszentrum.

Einen neuen Stadtteil mit rund 3000 Wohneinheiten für bis zu 10.000 Menschen zu entwickeln – das geht nicht von heute auf morgen. Schließlich sollen auf der 634.000 Quadratmeter (89 Fußballfelder) großen Fläche des ehemaligen Bahngeländes ja auch noch eine Grundschule, zwei Kindertageseinrichtungen, ein Nahversorgungszentrum sowie universitätsnahe Dienstleistungen entstehen. Rund zehn Jahre Entwicklungszeit haben die Beteiligten, die Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) NRW, die DB Immobilien und die Gebag, dafür kalkuliert.

Wie in solchen Verfahren üblich, waren die Pläne im vergangenen Sommer öffentlich ausgelegt worden. Die Resonanz war gewaltig: Neben den beteiligten Behörden haben mehr als 300 Bürger mehr als 800 Anregungen zu 6-Seen-Wedau eingebracht. Die Verwaltung muss jede einzelne Einwendung gesondert prüfen und abwägen, um der Politik am Ende eine solide Abschätzung vorlegen zu können. Dies war angesichts der Fülle der Äußerungen wohl nicht so schnell machbar wie ursprünglich geplant, so dass sich der Rat der Stadt nun wohl erst in seiner Sitzung am 6. Mai damit befassen wird.

Dabei sollen bei der Stadt viele Einwendungen eingegangen sein, bei denen zum Teil identische Textbausteine verwendet wurden. Gegner des Projekts wie die „Uferretter“ hatten im Vorfeld dazu aufgerufen, gegen 6-Seen-Wedau zu argumentieren. Mehr als 200 Einwendungen kamen zum Thema Verkehr, vielfach wurde auch moniert, dass der Zugang zum Ufer verbaut werde oder nur elitäre Wohnungen für Besserverdienende entstehen würden. Die Stadt hatte stets dagegen argumentiert, dass das Ufer nicht bebaut, der Grünflächenanteil erhöht und auch an günstigere Wohnungen gedacht wird.

Ungeachtet der Verzögerung hat die Auslobung für Investoren des Nahversorgungszentrums bereits begonnen. Bis zum morgigen Freitag, 11. Januar, können sich Interessenten für das Vorhaben mit einer maximalen Verkaufsfläche von 5500 Quadratmetern noch bewerben. Die neuen Geschäfte (siehe Box) sollen auch aus Wedau und Bissingheim auf kurzem Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein. Am 15. Januar werden bis zu 15 Bewerber ausgesucht, die dann in eine weitere Bewerbungsstufe aufrücken. Erst Ende Juni soll mit dem aussichtsreichsten Bewerber konkret über den Kauf und die Errichtung des Nahversorgungszentrums verhandelt werden.

„Mit einem Angebot für den täglichen Bedarf soll eine Versorgungslücke geschlossen werden, die bereits heute in den Stadtteilen Bissingheim und Wedau besteht“, heißt es zur Begründung. Ein Gutachter hatte ermittelt, dass zur Sicherung und generellen Verbesserung ein Nahversorgungszentrum mit maximal 5500 Quadratmetern notwendig sei.