Verkehr umgeleitet: Stahlbrücke am Marientor in Duisburg wird saniert

Verkehr fließt nun eine Etage tiefer : Stahlbrücke am Marientor in Duisburg wird saniert

Die stählerne Hochbrücke am viel befahrenen Marientorplatz ist bis Jahresende für Reparaturen gesperrt. Der Verkehr fließt eine Etage tiefer.

Seit Mittwoch ist die Stahlhochbrücke am Marientor für den Autoverkehr gesperrt, er fließt nun eine Etage tiefer unter der Brücke. Bis Ende 2019 laufen die Sanierungsarbeiten an der maroden Brücke, die einst nur als Provisorium gebaut wurde und jetzt schon mehr als 40 Jahre auf dem rostigen Buckel hat. Auf und unter der Stahlbrücke wird in den kommenden Monaten gearbeitet. Zunächst wird abgebrochen, erklärt Christian Guntermann, Brückenprojektleiter bei den zuständigen Wirtschaftsbetrieben. Der Asphalt der Fahrbahnen wird abgetragen, die Brückenverbindungsstücke werden ausgebaut und ersetzt und weitere Stahlbauteile, sogenannte Schrammborde, erneuert. Erst nach einer neuen Abdichtung und einem Rostschutz kommt eine neue Fahrbahndecke auf die Brücke.

An der stählernen Unterkonstruktion der Brücke stehen schon die ersten Gerüste. Es werden noch mehr. Dann wird das gesamte Stahlgerippe eingehaust. Wenn zum Korrosionsschutz ab Mai die Brücke gesandstrahlt wird, soll kein Material herumfliegen. Es wird gesammelt und entsorgt. Dann beginnt mühselige Kleinarbeit: Denn alle Schrauben, die die Einzelteile der Brücke zusammenhalten, werden ausgetauscht und erneuert. Es sind tausende Schraubenverbindungen, schätzt Guntermann, keine 24-er oder 36-er Schrauben, sondern Sonderanfertigungen. Nach bisherigen Untersuchungen sind die einzelnen Stahlträger der Hochbrücke nicht durchgerostet, sondern die Schrauben sind die Schwachstelle. Nach der Entrostung und Sanierung bekommt die Brücke einen vierfachen Anstrich. Der oberste Lack wird wohl wieder ein Grünton.

Guntermann zollt den Stahlbauern von einst, die die Brücke Anfang der 1970er Jahre quasi in Fischertechnik-Manier aus Einzelteilen zusammenschraubten, Respekt. Nur als Provisorium für einige Jahre war die Hochbrücke gedacht, jetzt steht sie schon seit 40 Jahren. Und soll nun nach der Sanierung weitere zehn bis 15 Jahre stehen bleiben. „Wir stellen die Dauerhaftigkeit wieder her, um keine Probleme mit der Standfestigkeit zu bekommen“, erklärt Guntermann. Insgesamt rund zwei Millionen Euro kostet die Sanierung der Brücke. Im kommenden Jahr soll die Rampe wieder einsatzbereit sein.

Die Sperrung der Brücke bleibt nicht ohne Folgen für den Autoverkehr, zumal rund 10.000 Fahrzeuge täglich über die Rampe rollen, die den Verkehrsfluss zwischen Innenstadt und A 40-Zufahrt aufnimmt. Nun muss der Verkehr komplett „auf der ebene Null“ fließen, durch den vielbefahrenen Knotenpunkt Marientor mit seinem Straßengeflecht aus Plessingstraße, Steinsche Gasse, Heerstraße Vulkanstraße & Co. Über 50.000 Fahrzeuge sind da täglich unterwegs.

Was das bedeutet, können Autofahrer schon seit November vergangenen Jahres täglich erleben. Denn seitdem gilt bereits unter der Brücke als Test- und Eingewöhnungsphase die neue Verkehrsführung für die brückenlose Zeit. Jetzt beginnt die ernste Phase, dass die Brücke wirklich gesperrt ist und auch der Rampenverkehr durch den Knotenpunkt fließt. 10.000 Fahrzeuge mehr also. Auch die komplette Ampelschaltung im Straßengeflecht unter der Brücke wurde optimiert, um die zusätzliche Verkehrsflüsse lenken zu können. Wer zum Beispiel von der Plessingstraße/Musfeldstraße in die Heerstraße Richtung Hochfeld abbiegen will, darf dies nicht mehr, sondern muss die große Runde über Marientor- und Werftstraße fahren.

Aus Kaßlerfeld und von der A 40 kommend müssen Autofahrer während der Sperrung vor der Brücke nun rechts die Rampe runter, die im Bogen zur Werftstraße und ­Vulkanstraße führt. Aus der Innenstadt/Kremerstraße kommend geht es an der Musfeldstaße nicht mehr rauf auf die Stahlrampe, sondern rechts vorbei ebenerdig auf der Plessingstraße und erst nach dem Kreuzungsbereich Steinsche Gasse auf der Nebenrampe wieder hinauf Richtung Autobahn 40 und Kaßlerfeld.

(-er)
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