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Duisburg: Vergnüglich: Spielende Lesung mit Katinka Buddenkotte

Duisburg : Vergnüglich: Spielende Lesung mit Katinka Buddenkotte

Als bisher fünfte Veranstaltung der Reihe "Café Schlaflos" insgesamt und als zweite davon in Ruhrort gastierte am Mittwochabend die Autorin Katinka Buddenkotte mit einem Best-of ihrer Erzählungen im vollbesetzten Lokal Harmonie. Ihre unnachahmliche Vortragskunst verbunden mit großer komödiantischer Spielfreude ließen den Abend zu einem vortrefflichen Hör- und Seh-Vergnügen reifen.

"Ich bemühe mich, Sie nicht einschlafen zu lassen", sagte Buddenkotte gleich zum Beginn ihrer Lesung in Anspielung auf den Titel der Literaturreihe "Café Schlaflos". Und an Einschlafen war bei ihren super-schnell vorgelesenen Sätzen, ihren teils lautstark, teils verfremdet vorgetragenen Wortklängen, nicht zu denken. Sie und das Publikum waren hellwach. Und nach neun vorgetragenen Texten durfte sie den Lesetisch im Lokal Harmonie erst verlassen, nachdem sie einen Zugabetext aus ihrem satirischen Erzählband "Mit leerer Bluse spricht man nicht" zum Besten gab. Ihrer Vortragskunst merkt man an, dass sie aus der "Poetry-Slamer"-Ecke kommt. Unkompliziert im Wesen, uneitel in der Bühnenpräsenz und mit dem Mut ausgestattet, zuweilen entstellende Grimassen zu schneiden, merkwürdige Töne von sich zu geben, schneller zu sprechen, als Text da ist, über sich selbst lachen zu können und sich auch mal flezend über den Lesetisch zu lümmeln, machten den Literaturabend zu einer "spielenden Lesung".

Vier der vorgestellten Texte stammten aus dem Band "Nicht lecker, aber Weltrekord", darunter "Ein Düsseldorfer in Köln", worin sie ein bisschen ihren eigenen Lebensweg von Münster über Düsseldorf nach Köln beschreibt, und "Wie geil ist das denn?", bei der es um eine "supi-coole" Mitfahrgelegenheit von Hamburg nach Kiel geht, und "Eichhörnchen", die gut in Gerburg Jahnkes WDR-Show "Ladies Night" passen würde. Ihr Buchdebüt hatte sie mit den satirischen Erzählungen "Ich hatte sie alle". Damit war sie im Veröffentlichungsjahr 2007 bei Jürgen von der Lippe in der (vom WDR inzwischen leider abgesetzten) Sendung "Was liest du?". Sein Kommentar damals war: "Muskelkater vom Dauergrinsen garantiert!" Die im Buch beschriebenen Situationen habe sie, sagte Buddenkotte, vor 14 Jahren wirklich erlebt, habe diese als Geschichten dann vor acht Jahren aufgeschrieben und seien vor sechs Jahren veröffentlicht. Die daraus vorgelesene Erzählung "Unamerikanisch" basiert dabei auf der Tatsache, dass ihr allererster Roman, der noch immer unveröffentlicht in ihrer Schublade schmort, von allen Verlagen abgelehnt wurde und einer dies mit den Worten begründete, er sei zu "unamerikanisch". Dennoch hat sich Buddenkotte vom Romanschreiben nicht abhalten lassen. So erschien 2012 ihr Erstlingswerk "Betreutes Trinken".

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Abgerundet wurde der Abend durch einen bisher unveröffentlichten Text, "der zum Nachdenken lohnt", wie sie zwar sagte, der aber alles andere war, als das, und eine Kolumne aus ihrem "Tatort-Orakel", der jeden Sonntag auf ihrer Facebook-Seite erscheint.

(O.R.)