Duisburg: Verdi-Nacht" begeisterte dann doch noch

Duisburg: Verdi-Nacht" begeisterte dann doch noch

Nur halb gefüllt war die Mercatorhalle jetzt bei dem kommerziellen Konzert "Die große Verdi-Nacht" einer polnisch-italienischen Tourneetruppe. Das lag sicherlich nicht am attraktiven Programm, sondern beispielsweise an den gesalzenen Eintrittspreisen.

Es ging also um Giuseppe Verdi (1813-1901), den wohl bedeutendsten italienischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts. Aus zehn seiner 26 Opern, von den frühen "Lombardi" bis zum späten "Otello", erklangen zweimal zehn mehr oder weniger bekannte Ausschnitte. Auf die Ouvertüre zu "I vespri siciliani" folgten Arien, Ensembles und Chöre. Der Routinier Silvano Frontalini dirigierte das ordentliche Orchester. Die fünf Gesangs-Solisten waren vorzüglich, allen voran der Star-Tenor Cristian Lanza. Er ist der Enkel der Tenor-Legende Mario Lanza - seine strahlende Stimme klingt aber weniger wie die seines Großvaters als vielmehr wie die des jungen Luciano Pavarotti. Cristian Lanza kann es sich leisten, sein Publikum schon mit weniger bekannten, düsteren Nummern zu gewinnen, hier waren es das Arioso des Macduff "Ah, la paterna mano" aus "Macbeth" und die "Otello"-Arie "Niun mi tema". Erst danach kamen "Hits" wie die Stretta des Manrico mit Männerchor "Di quella pira" aus "Il trovatore" oder "La donna è mobile" aus "Rigoletto".

Gut auch der balsamische Bariton von Giulio Boschetti, etwa in der dramatischen Arie des Rigoletto "Cortigiani". Erwähnt werden müssen noch die frischen Koloraturen der jungen, zweiten Sopranistin Kinga Karska, hier in der Arie der Elena "Mercè diletti amiche" aus "I vespri siciliani". Ein besonderer Pluspunkt war der klangvolle und spielfreudige Chor, zum Beispiel im Gefangenenchor "Va, pensiero" aus "Nabucco". Einige kleinere Solopassagen wurden erfolgreich aus dem Chor besetzt.

Klar, dass am Ende des offiziellen Programms alle das beliebte "Brindisi" (Trinklied) aus "La traviata" schmetterten. Endgültig zur Begeisterung kippte die wechselnde Zufriedenheit des Publikums dann bei den drei Zugaben. Diese waren nicht von Verdi, dafür aber wirklich witzig, vor allem, wenn der Tenor daran zu verzweifeln schien, dass die vier anderen Solisten sein "O sole mio" kaperten.

(hod)