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Duisburg: Vater (25) zu Haftstrafe verurteilt

Duisburg : Vater (25) zu Haftstrafe verurteilt

Der 25-jährige Duisburger, der wie berichtet seinen sechs Wochen alten Sohn durch Schütteln Verletzungen mit bleibenden Folgen zugefügt hatte, muss nun doch ins Gefängnis. Nach drei Verhandlungstagen war auch die Berufungskammer des Duisburger Landgerichts von der Schuld des Mannes überzeugt und bestätigte am Mittwoch das Urteil des Amtsgerichts. Die Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren hielt das Gericht für gerechtfertigt. Der Anwalt des Angeklagten hatte einen Freispruch beantragt.

Die Kammer sei überzeugt, dass der Angeklagte den Säugling so stark geschüttelt hatte, dass er unter anderem ein Schütteltrauma erlitt, erklärte der Vorsitzende Richter. Die Folgen waren schwer: Das Kind leidet unter erheblichen Einschränkungen und kann weder krabbeln noch laufen. Der Junge wird wohl immer auf Hilfe angewiesen sein. Wie die weiteren Verletzungen entstanden — ein Bruch und ein Hämatom — sei nicht mehr aufzuklären. Viel Mühe gab das Gericht sich, etwas über die Lebensumstände der Familie herauszufinden.

Der Vater hatte berichtet, seine Lebensgefährtin sei im Keller gewesen, als er plötzlich Schaum vor dem Mund des Säuglings sah. Er habe an einen epileptischen Anfall geglaubt und den Notarzt gerufen. Epilepsie schlossen die Gutachter aus, ebenso wie einen Gendefekt oder weitere Krankheiten. Möglicherweise führten Spannungen des Paares zu einer Ausnahmesituation, in der der Vater das Baby heftig hin und her schüttelte.

(bil)