Urteil nach Kreisliga-Eklat: FC Hagenshof aus Duisburg muss zahlen

4.000 Euro Geldstrafe : Fußballverband verurteilt Duisburger Verein nach Schlägerei

Der Duisburger Verein FC Hagenshof muss mehrere tausend Euro Strafe zahlen. Spieler hatten im September einen Flüchtling aus Guinea nach einer Partie ins Krankenhaus geprügelt.

Nach der schweren Auseinandersetzung beim Kreisligaspiel in Duisburg zwischen dem FC Hagenshof und Viktoria Wehofen am 22. September  hat der Fußballverband Niederrhein (FVN) die Heimmannschaft zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Richter der Verbandsspruchkammer sahen es als erwiesen an, dass der Verein die Schuld an der Prügelei trägt, bei dem ein Wehofener Spieler, ein Flüchtling aus Guinea, einen Kieferbruch erlitten hatte und im Krankenhaus auf der Intensivstation behandelt werden musste.

Der FC Hagenshof muss eine Geldstrafe von insgesamt 4.000 Euro zahlen, die Hälfte ist davon für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Der Verein trägt die Verfahrenskosten. In den restlichen Saisonspielen des Klubs wird zudem eine Kreisaufsicht vor Ort sein. „Die besteht aus mindestens einer Person aus dem Fußballkreis Duisburg, die nach dem Rechten schaut“, erklärt FVN-Sprecher Henrik Lerch. Die daraus resultierenden zusätzlichen Kosten beliefen sich auf eine vierstellige Summe. Auch persönliche Strafen für einige Spieler stehen weiter im Raum. Dazu wird es vor dem Kreisfußballausschuss zeitnah Verhandlungen geben. Möglicherweise werden einzelne Spieler gesperrt.

Ein rassistischer Hintergrund für die Tat konnte vom Gericht nicht bestätigt werden. „Es stand Aussage gegen Aussage“, so Lerch. Uwe Plincner, Geschäftsführer von Viktoria Wehofen, ärgert das. „Das ist für uns enttäuschend. Das müssen wir hinnehmen“, sagt er. Der FC Hagenshof war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Schon direkt nach dem Spiel wurden Stimmen laut, dass der Spieler von Viktoria Wehofen aus rassistischen Motiven verprügelt worden sei. „Unsere Spieler mussten sich von Zuschauern und Gegenspielern viele rassistische Äußerungen anhören und wurden ständig provoziert“, sagte ein Vereinsverantwortlicher damals.

Dem schwer verletzten Spieler gehe es nach Angaben des Geschäftsführers den Umständen entsprechend „ganz gut“. „Er hat noch Schwierigkeiten beim Sprechen und Schmerzen am Kinn“, so Plincner. Anfang Oktober durfte der 26 Jahre alte Mann aus Guinea das Krankenhaus verlassen. Eine Platte im Unterkiefer müsse er sein Leben lang tragen, die andere werde nach vier bis sechs Monaten entfernt. An eine Rückkehr auf den Fußballplatz sei noch lange nicht zu denken. „Er ist relativ schwer traumatisiert und wird derzeit von Psychologen betreut“, berichtet Plincner. Dazu müssen Dolmetscher besorgt werden, da der Spieler nur schlecht Deutsch spricht und Französisch als Muttersprache hat.

Die Duisburger Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung. „Wir vernehmen noch Zeugen beziehungswiese Personen, die bei der Tat eine Rolle spielten“, sagt Sprecherin Stefanie Bersin. In den Verhören werde auch geprüft, ob es einen rassistischen Hintergrund gebe oder nicht. Dann übernimmt die Staatsanwaltschaft. Kommt es zu einem Urteil, droht den Schlägern eine harte Strafe: Bei Begehung einer gefährlichen Körperverletzung droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Handelt es sich allerdings um einen minder schweren Fall, wird das Strafmaß auf eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren herabgestuft.