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Unwetter in NRW: Straße und Tunnel überflutet - das sollten Autofahrer tun

Überschwemmte Straßen durch Unwetter : „Autofahrer unterschätzen die Gefahr“

In NRW haben gewaltige Regenfälle am Dienstag mehrere Unterführungen unter Wasser gesetzt. Einige Autofahrer fuhren trotzdem hindurch und riskierten einen Motorschaden. Ein Techniker erklärt, wann es gefährlich wird.

Die Feuerwehr und der Automobilclub ADAC haben am Dienstag in Duisburg, Aachen und Wuppertal mehrere Autos abschleppen müssen, weil sie während des Unwetters in überfluteten Unterführungen stehen geblieben waren. Hätten die Autofahrer nicht sehen müssen, dass sie mit ihren Pkw nicht durch das Wasser kommen? „Man kann den Autofahrern nicht unbedingt einen Vorwurf machen“, sagt Ramon van der Maat, Sprecher der Polizei in Duisburg. Die gewaltigen Regenmengen seien innerhalb kurzer Zeit gefallen, sie hätten auch Straßen und Unterführungen überflutet, in denen sich das Wasser sonst nicht stauen würde. „Ruckzuck standen die Tunnel unter Wasser.“ Deshalb sei es für Autofahrer schwer gewesen, die Situation richtig einzuschätzen.„Es kann sein, dass Ihr Vordermann noch durchkam, Sie aber nicht.“

Als Faustregel empfiehlt der ADAC: Autofahrer sollten nur dann noch durch eine überflutete Unterführung fahren, wenn das Wasser nicht höher als zur Unterkante der Stoßfänger reicht, sagt Heinz-Gerd Lehmann, Techniker beim ADAC Nordrhein. „Sie riskieren sonst einen kapitalen Motorschaden.“ Dieses Risiko bestehe schon bei tiefen Pfützen. „Wenn Sie zu schnell hindurchfahren, erzeugen Sie eine Bugwelle.“ Der Motor könne Wasser statt Luft ansaugen, ein Wasserschlag wäre die Folge. Der Motor blockiert, geht aus - und nicht wieder an.

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„In vielen Fällen unterschätzen Autofahrer die Gefahr, die von überschwemmten Straßen ausgeht“, sagt der ADAC-Techniker. „Viele wissen nicht, bis zu welcher Wassertiefe es für das Fahrzeug unbedenklich ist.“ Lehmann rät Autofahrern deshalb dazu, Unterführungen und Straßenabschnitte zu umfahren, wenn sie die Wassertiefe nicht einschätzen können - selbst wenn es nur eine große Pfütze ist. Aber wenn jemand die Gefahr nicht erkannt hat und mit seinem Wagen im Wasser stehen bleibt? „Dann können Sie nur aussteigen und das Auto abschleppen lassen“, sagt Lehmann. Denn ein Motor solle nur gestartet werden, wenn der Fahrer “absolut ausschließen“ kann, dass sich Wasser im Ansaugtrakt befindet - „aber das können Sie nur schwer erkennen“. Und ein Motorschaden kann teuer werden.

Wer kommt für den Schaden auf? In der Regel übernimmt die Teilkasko-Versicherung die Kosten, sagt eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Das sei nur dann nicht der Fall, wenn jemand grob fahrlässig gehandelt habe. Die Sprecherin erklärt es an einem Beispiel: Wenn Hochwasser angekündigt ist, und jemand parkt sein Fahrzeug trotzdem in einem Gefahrengebiet. Aber nach einer ersten Einschätzung sei ein solcher Fall bei den schweren Unwettern am Dienstag nicht zu erkennen, sagt die Sprecherin des GDV. Die Autofahrer seien von der Regenmenge offensichtlich überrascht worden.

(wer)