Universität Duisburg-Essen: Schau über chinesische Arbeitsmigration

Ausstellung an der Universität : Schau über chinesische Arbeitsmigranten

Mit Fotografien und einem Film dokumentiert der New Yorker Künstler Daniel Traub die gesellschaftlichen, ökonomischen und kulturellen Veränderungen, die seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik 1978 in China sichtbar werden.

Der 48-Jährige mit chinesischen Wurzeln hat über zwei Jahrzehnte die Lebensbedingungen der Arbeitsmigranten mit der Kamera eingefangen. „Wir hatten Glück, dass unsere Professorin Birgit Mersmann ihn kennt und für die Ausstellung gewinnen konnte“, sagt Helmut Demes vom IN-EAST, dem Institut für Ostasienwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Sein Werk sei sehr facettenreich und beleuchte neben der internen Migration innerhalb Chinas auch die Einwanderung ins Land. Ausgestellt werden Porträt-, Stadt- und Landschaftsaufnahmen aus der Fotoserie „China Migrant“, die von der Binnenmigration unter anderem in ostchinesischen Städten erzählt.

In Kombination mit Kurzfilmen des Künstlers dokumentiert das Fotoprojekt „Little North Road“ die afrikanische Arbeitsmigration. Geschossen wurden die Bilder aber nicht vom Profi, sondern von chinesischen Arbeitsmigranten, die in Guangzhou als touristische Straßenfotografen arbeiteten.

Mit dem Film „Phoenix: Xu Bing“ aus dem Jahr 2013 setzt Daniel Traub zudem der ökonomischen Ausbeutung wandernder Bauarbeiter ein symbolisches Mahnmal.

Fotografische Langzeitprojekte unternimmt Daniel Traub im Übrigen bereits seit 1999 in China. Sein fotodokumentarisches Werk wurde bereits auf internationalen Ausstellungen und Festivals gezeigt, unter anderem im Shanghai Center of Photography, der Slought Foundation Philadelphia sowie auf dem Lianzhou Fotofestival in China.

Die Ausstellung ist bis März 2020 zu den üblichen Öffnungszeiten am Universitätscampus Duisburg im Gebäude LE im 7. Stock, erreichbar über den Forsthausweg, geöffnet. Danach soll sie am Campus Essen gezeigt werden. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos – auch für Besucher, die nicht zur Uni gehören.

(sodi)