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Duisburg: Uni untersucht Luftrettung

Duisburg : Uni untersucht Luftrettung

Wie der ADAC die besten Kandidaten für den Rettungseinsatz per Hubschrauber findet, haben Studierende der Uni Duisburg-Essen erforscht. Ihre Erkenntnisse stellen sie im März bei einer Konferenz in München vor.

Wenn es auf jede Sekunde ankommt, dürfen sich Rettungsassistenten keinen Fehler erlauben. Müssen sie dann auch noch auf engstem Raum in einem Hubschrauber arbeiten, sind starke Persönlichkeiten gefragt. Wie der ADAC die besten Kandidaten findet, haben Studierende der Universität Duisburg-Essen (UDE) erforscht.

In einem neuen Projekt tauchten sie in den anspruchsvollen Alltag der Helfer ein, indem sie konkrete Beurteilungskriterien und Verbesserungsvorschläge für das Personalauswahlverfahren entwickelten. Ihre Erkenntnisse werden während des nächsten Assessment-Centers der ADAC Luftrettung in Sankt Augustin umgesetzt und detaillierte Ergebnisse auf einer Konferenz im März in München vorgestellt. Die "Gelben Engel" unterstützen nicht nur den Notarzt, sondern auch den Piloten. Innerhalb von zehn Minuten muss der Helikopter den Unfallort erreichen, nicht immer gibt es einen geeigneten Landeplatz. Solange sich die Rotorblätter drehen, sichert der Begleiter die Maschine, um neugierige Passanten vor Verletzungen zu schützen. Erst dann kann er Erste Hilfe leisten.

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Anforderungen sind extrem

"Die Anforderungen sind extrem", bestätigt Wirtschaftspsychologin Christiane Fricke-Ernst, die sich mit zwölf Studierenden der Angewandten Kognitions- und Medienwissenschaften das Personalauswahlverfahren angeschaut hat. "Aber es ist möglich, die Bewerber objektiv zu beurteilen." Die Gruppe führte mehr als 20 Interviews mit Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten verschiedener Hubschrauberstationen und analysierte die Arbeit der Assistenten anhand eines Fragebogens, der von über 200 Crewmitgliedern ausgefüllt wurde.

Sie wollte herausfinden, auf welche Eigenschaften es in dem Job besonders ankommt. Und das ist unterschiedlich, je nach Blickwinkel. Während die Piloten auf Multitasking setzen, ist für die Helfer selbst soziales Feingefühl noch wichtiger. Kommunikationsfähigkeit und Organisationstalent stehen ebenfalls an erster Stelle. Unverzichtbar sind zudem die Fachkenntnisse und die psychische Stabilität.

Da man diese Kompetenzen einem Bewerber nicht an der Nasenspitze ansieht, führt die Luftrettung dreitägige Assessment-Center mit Übungen, u.a. im Schockraum und im Flugsimulator, durch. Dabei dokumentieren zwei bis drei Beobachter die Entscheidungen der Assistenten, um anschließend ihre Einschätzung vergleichen zu können. "Spannend war es, das Auswahlverfahren kennenzulernen, zu analysieren und dann wertvoll zu ergänzen.

Der ADAC ermöglichte uns durch Vorträge, Führungen durch den Hangar und sogar einen Testflug im Flugsimulator sehr interessante Einblicke. Soviel Unterstützung hat unsere Erwartungen übertroffen", fasst Bastian Weyer die vielfältigen Erfahrungen der Studierenden zusammen.

Das Fachgebiet Wirtschaftspsychologie gehört zur Abteilung für Informatik und angewandte Kognitionswissenschaft der Fakultät für Ingenieurwissenschaften und bietet regelmäßig praxisnahe Projekte an.

(RP)