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Duisburg: Uni-Streik: "Die Ruhr brennt"

Duisburg : Uni-Streik: "Die Ruhr brennt"

Seit zwei Tagen streiken viele Studenten der Uni Duisburg-Essen. Sie demonstrieren gegen die aktuelle Hochschulpolitik. Am Mittwoch stellte sich der Rektor den Demonstranten im besetzten Audimax.

"Die Ruhr brennt” steht in großen Buchstaben auf einem Transparent geschrieben, das im Audimax, dem größten Hörsaal der Universität Duisburg-Essen, ausgehängt ist. Der Saal kocht, die etwa 800 Studenten bringen mit Sprechchören, Trillerpfeifen und Getrampel ihren Unmut über die aktuelle Hochschulpolitik lautstark zum Ausdruck.

Vor allem fordern sie die Abschaffung der Studiengebühren. In Duisburg zahlen Studenten pro Semester 480 Euro. Seit nunmehr zwei Tagen halten Studenten das Audimax in Duisburg besetzt, einige haben dort sogar übernachtet. In Duisburg beteiligen sich etwa 400 Studenten aktiv an dem Protest und boykottieren Lehrveranstaltungen.

Neben der Abschaffung der Studiengebühren prangern die jungen Leute das Bachelor- Mastersystem an, das sie in der jetzigen Form für ungerecht halten. Zudem fordern sie die Abschaffung der Anwesenheitspflicht und ein Mitbestimmungsrecht in der Hochschulpolitik. Unterstützung erhalten die Studenten in ihren Forderungen unter anderem von Schülern und der Gewerkschaft verdi.

Studenten in zwei Lager geteilt

Allerdings ist die Duisburger Studentenschaft offenbar in zwei Lager geteilt. Nicht alle unterstützen die Protestler, viele lehnen den Streik ganz ab. Auch die Studentenvertretung Asta der Universität Duisburg-Essen hat sich offenbar gegen die Streikenden gestellt. "Unsere Interessen werden vom Asta nicht vertreten”, meint einer der Protestführer.

Rektor Professor Ulrich Radtke, der in seiner kurzen Amtszeit bisher schon zwei Studentenproteste miterleben musste, stellte sich am Mittwochnachmittag gemeinsam mit dem Prorektor für Lehre und Studium, Professor Dr. Franz Bosbach, im Audimax den Protestlern. "Wenn wir die Studiengebühren wieder abschaffen würden, müssten hunderte Lehrveranstaltungen gestrichen werden. Das wäre ein Wettbewerbsnachteil für die Uni ­- und schlecht für alle Studenten”, sagte der Rektor. Die Verantwortung für die Zulassungsbeschränkung zum umstrittenen Masterstudiengang, die von den Studenten kritisiert wird, schob Radtke der Landespolitik zu. "Es liegt an der Finanzierung. Das Land muss dafür mehr Geld zur Verfügung stellen.” Dann könne man auch mehr Studenten für das Masterstudium zulassen.

Die Studenten setzten am Mittwochabend ihren Protest mit einer Demo durch die Duisburger Innenstadt fort. Ob sie das Audimax nun räumen werden oder ihren Streik in den nächsten Tagen fortsetzen, stand am Abend noch nicht fest.