Duisburg: Uni-nahe Betriebe in Wedau

Duisburg: Uni-nahe Betriebe in Wedau

Aurelis will auf dem Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerkes Firmen ansiedeln, die mit Forschungsprojekten der Uni in Produktion gehen. Das wurde gestern auf der Expo-Real in München bekannt.

Die Aurelis hat sich in Duisburg viel vorgenommen: In Wedau plant das Unternehmen, das die Immobilien der Bahn vermarktet, auf einer Fläche von rund 300 000 Quadratmetern gewerbliche Ansiedlungen, hochwertige Wohnbebauung – die Rede ist von mindestens 600 Wohnungen sowie einer Erweiterung des Sportparks.

Wohnen an der Wedau

Oliver Geist, Niederlassungsleiter der Aurelis in Duisburg, stellte das Vorhaben gestern auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München vor. Auf das Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerkes der Bahn von der Wedauer Brücke bis zu Railion, sollen vor allem Unternehmen angesiedelt werden, die mit der Uni zusammenarbeiten. "So etwas hat in Duisburg gefehlt. Forschung in diesem Bereich gibt es viel, aber gewerbliche Nutzung und Produktion gehören unbedingt dazu", meinte Ralf Meurer, Geschäftsführer der Duisburger Gessellschaft für Wirtschaftsförderung. Um die Interessen hochwertiger Wohnbebauung (vor allem Einfamilien- oder Doppelhäuser) angemessen zu berücksichtigen, die sich unmittelbarer Nähe zur Sechs-Seen-Platte anschließen soll, wird ein moderiertes Workshop-Verfahren mit der Stadt, Aurelis und externen Mediatoren auf den Weg gebracht werden. Oberbürgermeister Adolf Sauerland ahnte es schon: "Das wird nicht leicht." Man müsse aber berücksichtigen, dass es sich auf jeden Fall um arbeitsplatzintensive und nicht um flächenintensive Ansiedlungen handeln soll. "Wenn alles planmäßig verläuft, können wir im zweiten Quartal 2013 beginnen", sagte Oliver Geist.

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Schneller geht es für die Aurelis südlich des Hauptbahnhofs voran. Schon im Sommer 2012 soll mit dem Bau eines achtstöckigen Parkhauses mit 863 Stellplätzen hinter dem Südflügel des Bahnhofs begonnen werden. 6,5 Millionen Euro kostet das Vorhaben. Der Südflügel des Hauptbahnhofs ist inzwischen voll vermietet. Nachdem die Aurelis hier seit 2009 bereits 2,5 Millionen Euro investiert hat, wird das Gebäude noch einmal für eine Million Euro renoviert. Dabei soll auch die Fassade erneuert werden. Wie berichtet soll sich bis zur Koloniestraße ein neuer Bürostandort anschließen. Dem Vernehmen soll der Essener Projektentwickler Kölbl Kruse hier einsteigen. Außerdem plant die Aurelis auf dem Gelände um den Wasserturm in Hochfeld an der Heerstraße ein 60 000 Quadratmeter großes Gewerbegebiet mit Büros und kleineren Betrieben. Auch das 75 000 Quadratmeter große Gelände des Güterbahnhofs in Hamborn will die Aurelis entwickeln und kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe ansiedeln.

Die Krieger-Gruppe hat in München ein Modell aufgestellt, um Interessenten für den Bürostandort südlich der Koloniestraße anzulocken. Edda Metz-Lamadé, zuständige Projektleiterin der Krieger-Gruppe, erklärte gestern, dass sie mit einem Baubeginn des Höffner-Möbelhauses und des Sconto-Möbelmitnahmemarktes im Jahr 2013 rechnet. "Bis Ende 2012 könnte der Bebauungsplan in Duisburg stehen", sagte sie. Dazu gehört auch die Gedenkstätte für Angehörige und Opfer der Loveparade-Katastrophe. "Hierfür werden wir den Fuß- und Radweg verschwenken, um Platz für die Gedenkstätte in Höhe der Rampe zu bekommen", so Edda Metz-Lamadé. "Das ist allerdings Sache der Stadt. Die Tatsache, dass wir Eigentümer des Grundstücks sind, ändert daran nichts."

Wie berichtet ist auf dem Krieger-Areal ein Park mit Seen geplant sowie eine Skater-Anlage oder eine Freizeitfläche. Auch eine Brücke über die Koloniestraße zum Aurelis-Gelände wird von Krieger mitfinanziert, ebenso wie eine eigene Anschluss-Stelle an die A 59. Doch die wolle man erst in Angriff nehmen, wenn es für das Gesamtvorhaben auch Baurecht gebe, so die Projektleiterin. Heute wird Firmenchef Kurt Krieger die Planungen noch einmal detailliert vorstellen. Man plane unabhängig vom Konkurrenten Ostermann, der auf dem Zeus-Gelände in Meiderich einen Möbelstandort bauen will. "Wir haben uns entschieden", sagte Edda Metz-Lamadé.

(RP)