Uni Duisburg-Essen: Studierendenwerk fordert mehr Geld vom Land

Uni Duisburg-Essen : Studierendenwerk will mehr Geld vom Land

Die Studierendenvertreter der Uni Duisburg-Essen appellieren im Geschäftsbericht 2018 an die Landesregierung. Sie fordern mehr Zuschüsse, um die Dienstleistungen weiterhin für alle Studenten zugänglich machen zu können.

Das Studierendenwerk der Universität Duisburg-Essen (UDE) fordert für die Bereitstellung ihrer Dienstleistungen mehr finanzielle Hilfe von der Politik. Das geht aus dem Geschäftsbericht für das Jahr 2018 hervor, den das Studierendenwerk veröffentlicht hat. Das Studierendenwerk wünscht sich unter anderem mehr finanzielle Zuschüsse von der Landesregierung, um weitere Wohnheime sanieren oder das umfangreiche Beratungsangebot sichern zu können.

In dem Bericht heißt es, dass die Bedingungen, unter denen der soziale Dienstleister agiert, nicht einfacher geworden seien. Vor allem die wachsende Zahl an Studenten sorgt für einen erheblich größeren Arbeitsaufwand. „Wir kümmern uns mittlerweile um rund 56 Prozent mehr Studierende als noch vor zehn Jahren“, sagt Jörg Lüken, Geschäftsführer des Studierendenwerks. „Die Zuschüsse des Landes sind jedoch nicht mitgewachsen“, moniert er. Diese Diskrepanz stelle das Studierendenwerk vor große Herausforderungen.

Wie das Studierendenwerk mitteilt, sei der Sanierungsbedarf in einzelnen der insgesamt 19 Wohnheimen, die sich in Essen, Duisburg und Mülheim befinden, und in zahlreichen Mensen und Cafeterien groß. Die Modernisierung von Wohnanlagen sei zwingend erforderlich und soll mit Geldern aus dem Land mitgetragen werden. Das Studienerdwerk der UDE fordert gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Studierendenwerke NRW ein Investitionsprogramm der Landesregierung, um dem Sanierungsstau entgegenzuwirken und abschüssige Wohneinheiten zu vermeiden. „Die Instandhaltung und Sanierung unserer Wohnanlagen, aber auch der gastronomischen Einrichtungen, ist sicherlich eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre, für die wir dringend politische Unterstützung benötigen und fordern“, sagt Lüken.

Das Studierendenwerk gibt an, dass sich die Wohnsituation für Studenten immer weiter verschlechtert. Die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt mit steigender Nachfrage und höheren Preisen bekämen auch Studierende zu spüren. Finanzierbarer Wohnraum werde zunehmend Mangelware, während die Studierendenzahlen weiter steigen.

Neue Wohnheimplätze und die Instandhaltung von Wohnanlagen genießen deshalb höchste Priorität. So hat das Studierendenwerk mit Zuschüssen der Landesregierung im vergangenen Jahr die Sanierung zweier Wohnheime vorangetrieben. Die Kernsanierung der Wohnanlage im Essener Niehusmannskamp 15-19 wurde zum Sommersemester 2019 für rund acht Millionen Euro abgeschlossen. Die Sanierung der Wohnanlage Schemkesweg 41-45 in Duisburg hat zudem bereits begonnen.

Die vom Studierendenwerk geforderten zusätzlichen Mittel sollen auch dazu genutzt werden, um das Beratungsangebot aufrechtzuerhalten. Das Studierendenwerk fordert gar eine solide Finanzierung durch die Landesregierung. Laut Geschäftsbericht wurde die Beratungsstelle im Jahr 2018 besonders häufig aufgesucht. Anlässlich von über 1300 Beratungskontakten musste erstmals eine Warteliste eingeführt werden. Im Schnitt warten Studierende nach einem ersten Gespräch acht Wochen auf einen Folgetermin. Bei akuten Problemen und Fragen können Studierende jedoch eine wöchentliche offene Sprechstunde aufsuchen, für die eine Anmeldung nicht notwendig ist. Ein solch niederschwelliges Angebot für Studierende ist nach Angaben des Studierendenwerks nahezu einmalig in Deutschland.

Die Beratungsstelle hilft bei allen Dingen rund um das Studium und das Leben als Student. Studenten mit Depressionen, Prüfungs- oder Zukunftsängsten nehmen die Beratung ebenso wahr wie Studenten, die sich über Kredite, Stipendien oder Sozialleistungen informieren wollen. Auch arbeitsrechtliche Fragen können beim Studierendenwerk geklärt werden.

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