Uni Duisburg-Essen: Studierendenwerk-Chefin abberufen

Uni Duisburg-Essen : Studierendenwerk-Chefin abberufen

Geschäftsführerin Sabina de Castro ist ihren Job los. Es gab „unterschiedliche Vorstellungen“.

(RPN) Die bisherige Geschäftsführerin des Studierendenwerks Essen-Duisburg, Sabina de Castro, ist nach viereinhalb Jahren von ihrem Amt abberufen worden. Sie hat ihren Posten noch vor dem offiziellen Auslaufen ihres Vertrages verlassen. Das teilt das Studierendenwerk mit. Zu den Gründen gibt es vage Andeutungen und sehr viel Schweigen.

Verwaltungsratsmitglied Rainer Ambrosy, im Hauptberuf Kanzler der Universität Duisburg-Essen, ließ sich am Montag nur zu einem Satz hinreißen: „Der Verwaltungsrat hatte kein Vertrauen mehr in Frau de Castro“. Was genau passiert ist, bleibt im Dunklen: Es habe „unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der wirtschaftlichen und strategischen Ausrichtung und der Aufgabenverteilung zwischen Geschäftsführung und Verwaltungsrat“ gegeben, heißt es offiziell. Hinter vorgehaltener Hand ist von wiederholten Alleingängen die Rede, die an den Nerven vieler Beteiligter gezerrt hätten. Zuletzt habe Sabina de Castro offenbar versucht, das Studierendenwerk umzubenennen in „Revierwerk“. Dass das Unternehmen, das laut Geschäftsbericht im Jahr 2016 Erlöse von rund 30,7 Millionen Euro erzielte, einen neuen Namen erhalten sollte, war lange bekannt – doch wie die Entscheidung zustande kam, soll angeblich nicht jedem gefallen haben.

„Das sind alte Geschichten“, winkt hingegen Saskia Strasdat ab, Studenten-Vertreterin im Verwaltungsrat und dessen Vorsitzende. Weiter wollte sie sich nicht äußern. Öffentlich in die Kritik geraten war Sabina de Castro im Februar 2016, als das Studierendenwerk die Mietpreise in seinen Wohnheimen moderat anhob. Das Unternehmen hielt jedoch dagegen, dass dies die erste Erhöhung seit Jahren sei.

Die Nachfolge wurde kurzerhand geregelt: Das Amt des Interims-Geschäftsführers hat Jörg Lüken übernommen. Der hat denselben Job fünf Jahre lang schon mal gemacht – de Castro war seine Nachfolgerin.

Zum 1. Januar 2019 soll – laut Studierendenwerk – die Stelle neu ausgeschrieben werden.

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