Duisburg: Uni Duisburg-Essen: Ingenieure sollen umziehen

Duisburg : Uni Duisburg-Essen: Ingenieure sollen umziehen

"Zehn Jahre Universität Duisburg-Essen" lautet der Titel des Jubiläumsbuches, das die UDE jetzt aufgelegt hat. Rektor Ulrich Radtke nutzte gestern die Vorstellung auch zu einem Blick in die Zukunft. Er zog eine Zwischenbilanz nach der Fusion der beiden Hochschulen und gab einen Ausblick auf künftige Vorhaben und Projekte.

"Das Kapitel Fusion ist geschlossen", sagte Radtke. In den ersten fünf Jahren des Prozesses sei es darum gegangen "eine Identität zu schaffen", sagte der Rektor. Sein Vorgänger Prof. Dr. Lothar Zechlin habe im Jahr 2003 vor einer großen Herausforderung gestanden. "Es war ja ein Projekt, das es in dieser Form in der Republik noch nie gegeben hatte", so Radtke, der genau wie Lothar Zechlin und weiteren Protagonisten der ersten Stunde — Befürworter und Gegner gleichermaßen — in dem knapp 100 Seiten starken Werk, das innerhalb eines Jahres entstand und 1300 Mal aufgelegt wurde, zu Wort kommt.

"Wir sind zurecht in der Gruppe der Besten"

Heute, zehn Jahre nach der Fusion, stehe die UDE gut da, so Ulrich Radtke. "Wir sind nicht nur in der Lehre, sondern auch im Bereich der Forschung erfolgreich geworden", sagte er. So sei beispielsweise das Lehrangebot in den jeweiligen Fächern und Fachbereichen nach der Zusammenlegung größer geworden. Dass die Fusion richtig war und die Sichtbarkeit der Hochschulen erhöht habe, zeige außerdem ein Blick in die aktuellen Uni-Rankings: "Wir sind zurecht in der Gruppe der besten Universitäten, die unter 50 Jahre alt sind", sagte der Rektor. Im weltweiten Gesamtranking rangiere man unter den "Top 400". An der UDE studieren derzeit knapp 40.000 Menschen, 15.000 in Duisburg und 25.000 in Essen. Auf sie kommen 455 Professoren.

Der erwartete Ansturm auf die UDE durch den doppelten Abiturjahrgang in diesem Jahr sei ausgeblieben. "In ganz NRW waren es insgesamt nur sieben Prozent mehr als sonst", so Ulrich Radtke. Dafür rechne man im kommenden Jahr mit vielen Neuanmeldungen. Dann kehrten nämlich zum Beispiel viele der diesjährigen Abiturienten von Auslandsaufenthalten zurück. Um die Studentenmenge gut bewältigen zu können, wurden im vergangenen Jahr auf dem Campus Duisburg und in Essen die Grundsteine für zwei neue Hörsaalzentren gelegt, die zusammen knapp 2000 zusätzliche Plätze bieten. Fertiggestellt werden die Gebäude voraussichtlich im Mai 2014.

Langfristig stünde ein Umzug der Duisburger Ingenieure auf dem Plan. "Die Gebäude an der Bismarckstraße sind in die Jahre gekommen. Die Ingenieurswissenschaften können da nicht ewig bleiben", so der Rektor. Da die Kapazitäten auf dem Campus ausgeschöpft seien, müsse ein geeigneter Standort außerhalb gefunden werden. Wann der Umzug ansteht, hinge jedoch von der Politik ab.

(RP)
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