Duisburg: Unbekannte beschädigen Rotbuche im Friesenpark

Duisburg: Unbekannte beschädigen Rotbuche im Friesenpark

Rund 25 Prozent des Baumes sind verbrannt, schätzen die fassungslosen Anwohner. Ursache ist offenbar ein außer Kontrolle geratenes Grillfeuer.

Als Angelika Hausmann am vorigen Donnerstag auf die alte Hängebuche im Homberger Park "Im Hakenfeld" blickte, konnte sie es erst kaum glauben: Verbrannte Blätter, verkohlte Äste, auf der Erde türmte sich der Unrat. Vieles weist auf einen fahrlässigen Umgang mit Feuer hin. "Wer macht so etwas?", fragt Familie Hausmann. Die Hängebuche ist ihr Lieblingsbaum. Seit vielen Jahren engagiert sich die Familie für den Erhalt des Baumes. Bevor der Schaden am Donnerstagmorgen entdeckt wurde, war die Rotbuche "kerngesund".

Familie Hausmann, die direkt gegenüber des Baumes wohnt, freut sich jedes Jahr zusammen mit vielen Passanten im Friesenpark über die ausschlagenden Blüten. Schon im September 2016 schickten Hausmanns dieser Zeitung im Rahmen der Serie "Naturdenkmal Baum" Fotos der Rotbuche und landeten auf dem ersten Platz. "Heute", sagt Angelika Hausmann, "ist der Baum nicht mehr das, was er mal war."

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Es war kurz vor sieben Uhr in der Früh, als Angelika Hausmann von einem anderen Anwohner informiert wurde: Die Buche brannte. Mit vollen Gießkannen ging Familie Hausmann in den Park, um weitere Schäden abzuwenden. "Was sich dann unseren Augen bot, ist kaum zu fassen", erzählt Angelika Hausmann. Ein heruntergebranntes Feuer. In der Glut schmorten mehrere Dosen, ein Fahrgestell, Kunststoff und viele weitere vom Feuer gezeichnete Kleinteile.

Die Familie löschte die Restglut. "Das Feuer an sich kann nicht allzu lange her gewesen sein", vermutet Angelika Hausmann. Noch vor Ort informierte sie die Polizei. Diese habe sich jedoch wenig kooperativ gezeigt. Man sei davon ausgegangen, den Täter nicht mehr finden zu können. Notdürftig sei die Buche mit einem Flatterband abgesperrt worden. Heinz Kuhlen, der Fotos für seine Homepage machen wollte, war ebenfalls im Friesenpark vor Ort. Der Baumexperte hat den Homberger Park durch das 2016 von Familie Hausmann eingesandte Foto kennengelernt. Als er sich den Baum nach dem Brand ansah, war auch er entsetzt: "Ungefähr 25 Prozent sind verbrannt", schätzt Kuhlen. Er vermutet: "Es könnte sein, dass jemand das Feuer nach dem Grillen nicht mehr in den Griff gekriegt hat." Mögliche Folge hätte durchaus auch ein größerer Brand sein können, der womöglich auch andere Pflanzen in dem Homberger Park in Mitleidenschaft gezogen hätte. "Es ist vollkommen fahrlässig und unverständlich, an solch einem Ort Feuer zu machen", wundert sich Heinz Kuhlen. Umweltbewusstsein sei hier in jedem Fall nicht vorhanden gewesen. Das Alter des Baumes und damit sein historischer Wert sind beachtlich: Nach Sichtung von Luftbildern wurde die Hängebuche etwa Anfang der 70er Jahre im Friesenpark angepflanzt. "Der Baum ist etwa 50 bis 60 Jahre alt", schätzt Kuhlen. Die verantwortungslose Tat habe dem Baum in jedem Fall einen herben Schlag versetzt. "Wann begreifen die Menschen endlich, wie wichtig die Natur ist?", fragt Angelika Hausmann. Inzwischen haben die Homberger Kontakt zum Ordnungsamt aufgenommen: Der Unrat muss weggeschafft, die verkohlten Äste müssen abgeschnitten werden. "Der Schaden ist trotzdem enorm."

(RP)