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Duisburg: U 79: Geld für Sicherungstechnik fehlt

Duisburg : U 79: Geld für Sicherungstechnik fehlt

Düsseldorf will in den nächsten Wochen die Ausschreibung für eine neue Zugsicherung auf den Weg bringen. Duisburg fehlt nach wie vor das Geld, um mitzuziehen.

Die Zeit drängt. Bis Ende Oktober will Düsseldorf den Auftrag für eine neue Zugsicherung ausschreiben — mit oder ohne Duisburg, wo aus finanziellen Gründen gezögert wird. Bekanntlich muss die Technik für die U 79 erneuert werden — in Düsseldorf wohl dringlicher als in Duisburg. "Bei der Rheinbahn gibt es im Gegenzusatz zu hier immer mal wieder Probleme", so Klaus-Peter Wandelenus, Vorstand der DVG. Im Duisburger Rathaus sei darum der Druck, sich an der Ausschreibung zu beteiligen, geringer. "Sinn würde die allerdings machen", so Wandelenus.

Der Grund für die hiesige Zurückhaltung: Duisburg hat kein Geld für eine neue Zugsicherung. Mit rund 40 Millionen Euro wird allein in unserer Stadt kalkuliert. Vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gibt es möglicherweise acht Millionen Euro Zuschuss. Vier Millionen Euro stehen im Haushalt der Stadt für diese Maßnahme bereit. Doch woher der Restbetrag genommen werden soll — das steht in den Sternen. Die Sicherungstechnik stammt aus der Anfangsphase der U-Bahn. Wie berichtet werden dort zum Beispiel 386er-Computer eingesetzt. Den Jüngeren sei erklärt, dass diese Technik vor drei Jahrzehnten hypermodern war, heute aber so veraltet ist, dass es kaum noch Ersatzteile gibt, geschweige denn sich Techniker für Wartung und Reparaturen finden lassen. Die Herstellerfirma hat nun angeboten, ein anderes System aus ihrem Hause "aufzusetzen", dass eingeführt und moderner ist.

Derzeit laufen Gespräche zwischen den Verantwortlichen der beiden Städte, bestätigt Wandelenus, der auch Geschäftsführer von VIA ist, dem Verbund der drei Verkehrsbetriebe von Duisburg, Mülheim und Essen. "Es würde schon Sinn machen, wenn die Ausschreibung für die Fahrsicherung von Duisburg und Düsseldorf gemeinsam erfolgen würde", sagt er. "Denn wenn Duisburg jetzt nicht mitzieht, muss die Stadt für einen gemeinsam Betrieb später das System übernehmen, für das Düsseldorf sich entschieden hat."

Die Fahrsicherheitstechnik im U-Bahn-Tunnel ist Sache der Stadt und nicht die der DVG, die für den Fahrbetrieb zuständig ist. Das System sei ohne jede Einschränkungen funktionstüchtig und garantiere auch die erforderliche Sicherheit, so Wandelenus. Unter diesem Aspekt müsse die Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt zumindest in Duisburg nicht sein. Theoretisch könne sich die Stadt noch bis 2024 Zeit lassen, die Düsseldorfer aber nicht.

Schafft sich die Landehauptstadt allerdings allein ein neues System an, drohe die Gefahr, dass die U 79 nur noch bis zum Froschenteich fahren kann, weil das alte Sicherungssystem in Duisburg nicht mit dem neuen in Düsseldorf kompatibel sei. "Das will keiner. Und es darf auch nicht passieren, dass die Fahrgäste am Froschenteich aus der Bahn aus- und in eine aus Duisburg umsteigen müssen", so Wandelenus. Frank Heidereich, Vorsitzender der CDU im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, sieht diese Gefahr ebenfalls. Doch nach seiner Beurteilung ist der Sanierungsdruck in beiden Städten gleich groß. Zumal sieht er die Gefahr, dass Duisburg sich an einer gemeinsamen Ausschreibung zwar beteiligen könnte, dann aber bei der Auftragsvergabe im kommenden Jahr einen Rückzieher macht, weil die Finanzierung im Haushalt der Stadt für 2014 nicht gesichert sei. "Da kann man jetzt wohl nur beten, dass die alte Technik durchhält."

(RP)