Stichwahl in der Türkei Warum viele Duisburger Türken Erdogan für einen Heilsbringer halten

Duisburg · Am Sonntag muss Recep Tayyip Erdogan erstmals ernsthaft um seine Macht fürchten. Der Ruf des Türkischen Präsidenten hat gelitten. Nicht allerdings in Duisburg. Das liegt an seinem Retter-Image und einer stummen Opposition.

Bei einem Autokorso am Wahlabend des 14. Mai wurden in Duisburg türkische Flaggen geschwenkt und der nationalistische Wolfsgruß gezeigt.

Bei einem Autokorso am Wahlabend des 14. Mai wurden in Duisburg türkische Flaggen geschwenkt und der nationalistische Wolfsgruß gezeigt.

Foto: dpa/Christoph Reichwein

Am späten Abend des 14. Mai feiern sie auf den Straßen von Duisburg ihren Star. Hunderte türkische Männer und Frauen machen sich in den Stadtteilen Hamborn und Marxloh auf den Weg in die City. In ihren Autos jubeln und hupen sie, aus den Fenstern schwenken sie rote Halbmond-Flaggen. Auf manchen ist Recep Tayyip Erdogan zu sehen, den Mann, den sie gewählt haben, ihr alter und auch ihr neuer Präsident. Zumindest sind die Feiernden sich da zu diesem Zeitpunkt noch sicher. Doch sie irren, vorerst.