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Duisburg: Traumzeit 2012 abgesagt

Duisburg : Traumzeit 2012 abgesagt

Am Freitag hat Kulturdezernent Karl Janssen das Musikfestival im Landschaftspark wegen fehlender Finanzsicherheit endgültig abgesagt. Die Akzente-Bilanz fiel positiv aus. Künftig gibt's die Festivals vielleicht im Wechsel.

Gestern Mittag gab Kulturdezernent Karl Janssen die bittere Nachricht bekannt, dass die Traumzeit in diesem Jahr definitiv nicht stattfinden wird. Die Hoffnung, in letzter Minute noch 100 000 Euro vom Land zu bekommen, sei nach dem Ende der Landesregierung zerschlagen, da es keinen Haushaltsposten gebe, der rechtzeitig zur Verfügung steht. Vermutlich werde der Haushalt des Landes von der neuen Regierung erst im Herbst verabschiedet, zu spät für die Traumzeit. Der haushaltsrechtliche Kniff, die Finanzierung der Traumzeit über einen "vorläufigen Maßnahmebeginn" zu stemmen, sei nicht mehr anwendbar.

Janssen wehrte sich gestern vehement gegen den Vorwurf, nicht genügend für die Rettung der Traumzeit getan zu haben. Unmittelbar nach der Absage von RWE als Hauptsponsor habe er versucht, Gelder zu bekommen. Es habe sich aber gezeigt, dass es sehr schwierig sei, für das Musikfestival, das von 4500 bis 5000 Menschen besucht wird, Sponsoren oder Mäzene zu gewinnen. Das Angebot der Technikfirma, auf einen Teil ihrer Einnahmen zu verzichten, sei an Bedingungen geknüpft worden, die rechtlich bedenklich erscheinen. Janssen machte gestern keinen Hehl darauf, dass es zwischen ihm und Tim Isfort, dem künstlerischen Leiter der Traumzeit, zum Zerwürfnis gekommen sei. Janssen dankte Isfort zwar dafür, dass er sich in den vergangenen Jahren um die Traumzeit verdient gemacht habe, beklagte aber, dass er mit seinen Stellungnahmen "viel Porzellan zerschlagen" habe. Janssen hofft, dass es im kommenden Jahr wieder eine Traumzeit gibt. Eine Traumzeit könne es auch ohne Isfort geben, meinte Janssen, dessen Amtszeit im Mai 2013 endet, wenn er nicht in diesem Herbst wiedergewählt wird. Isfort reagiert am Abend auf die Absage "bestürzt".

Janssen erwartet nun ein Votum der Politiker, die für die Duisburger Festivals einen städtischen Haushaltsposten einrichten sollten. Nur mit Sponsoren könne man die Traumzeit und die Akzente, die fortan vielleicht im jährlichen Wechsel stattfinden könnten, nicht finanzieren. Die Initiativen des in der Gründungsphase befindlichen Fördervereins "Traumzeitretter" sieht Janssen als positiv. Doch könne die geplante Aktion "100 mal 1000", die um viele kleine Spnsorenbeiträge wirbt, die Traumzeit für dieses Jahr nicht mehr retten.

(RP)