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Tourismuskampagne soll Duisburgs Image aufpolieren

Tourismuskampagne soll Image aufpolieren : Die neue Lust auf Duisburg

Das Image von Duisburg ist schlecht. Um das zu ändern, versucht die Stadt erneut, mit einer Kampagne Touristen anzulocken. Die Aktion kommt zufällig zur richtigen Zeit – denn viele Menschen machen nun Urlaub in der Heimat.

Die Deutschen werden in diesem Jahr nicht den Urlaub machen können, den sie geplant haben. Die Corona-Krise zwingt viele dazu, ihre Pläne zu überdenken. Türkische Riviera und Rotes Meer fallen aus, dafür sind Ostsee und Harz nun gefragt. Und Duisburg? Vielleicht auch. Oberbürgermeister Sören Link (SPD) und Duisburg Kontor haben am Freitag in der Innenstadt eine neue Kampagne vorgestellt, die Touristen nach Duisburg locken soll.

Die Aktion, die in Anlehnung an die Hauptkampagne des Stadtmarketings „Duisburg ist echt entdeckenswert“ heißt, soll die Touristen selbst ins Zentrum stellen. „Wir wollen, dass Menschen in unsere Stadt kommen, die hier etwa Kaffee trinken, Essen und Spazieren, aber auch hier übernachten möchten“, sagte Link bei der Vorstellung der Kampagne vor der Plakatwand an der Düsseldorfer Straße. Man befände sich nun aufgrund der Corona-Pandemie in einer einmaligen Situation, die auch große Auswirkungen auf den Tourismus habe. Besonders Hoteliers seien stark von den Folgen der Maßnahmen betroffen. „Wir wollen jetzt Lust auf Duisburg machen“, so Link weiter.

Kernstück der Kampagne ist eine Auswahl aus verschiedenen Werbemotiven, die mehrere touristische Orte in der Stadt zeigen – und Menschen, die sie gerade entdecken. Darunter sind etwa der Landschaftspark Duisburg Nord, der Innenhafen, Ruhrort und die Landmarke „Tiger and Turtle“.  Alle touristischen Akteure der Stadt sollen die Motive kostenfrei verweden dürfen. Geplant wurde die Kampagne allerdings schon lange vor der Corona-Pandemie. Eigentlich sollte die Kampagne im März auf der Touristik-Messe in Berlin vorgestellt werden, doch die musste wie alle anderen Messen abgesagt werden.

Bereits im vergangenen Jahr wurden die Motive fotografiert. Zu sehen sind sie unter anderem an der Plakatwand in der City und in der mehrsprachigen Kampagnen-Broschüre, die bei der Tourist-Information ausliegt. Dort können auch die gedruckten Postkarten kostenlos abgeholt werden. „NRW gilt in Deutschland nicht als das typische Urlaubsland und das möchten wir gerne ändern“, sagte Uwe Kluge, Geschäftsführer von Duisburg Kontor.

Das Image von Duisburg ist schlecht. Die Klischees reichen von einer hohen Kriminalitätsrate bis zu tristen Arbeitersiedlungen im Norden. Seit Jahren kämpft die Stadt darum, dem etwas entgegenzusetzen. Viele Menschen außerhalb der Stadt wüssten gar nicht, was Duisburg alles zu bieten habe, sagte Kai U. Homann, Leiter des Stadtmarketings. Deshalb wolle man auch versuchen, potenzielle Touristen im Internet anzusprechen. Dazu wird die Kampagne auch in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram ausgespielt. Zudem gibt es unter www.duisburg-toruismus.de auch drei neue Reise-Pakete, die ab sofort gebucht werden können. Die Angebote richten sich an Radfahrer, Museumsgänger und Familien.

Die Plakate und Postkarten sollen nur der Auftakt der Kampagne sein – denn mehr als ein paar bunte Bildchen müssen es dann schon sein, um Touristen herzulocken. Erst kürzlich wurde Duisburg erneut in einer TV-Sendung verrissen. Die Kabarettistin Hazel Brugger hat im Mai mit einem Team der Satiresendung „Heute Show“ Duisburg besucht und sich über die Stadt lustig gemacht. Stadtmarketing-Chef Homann sieht das gelassen. „Wir nehmen die Satire sportlich“, sagt er.