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Duisburg: Totschlag: Elfeinhalb Jahre Haft gefordert

Duisburg : Totschlag: Elfeinhalb Jahre Haft gefordert

Zahlreiche Schläge auf den Kopf führten im November vergangenen Jahres zum Tod eines 62-jährigen Duisburgers. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt. Beim Trinkgelage in seiner Wohnung in Hochfeld war der 32-jährige Mieter ausgerastet und hatte immer wieder zugeschlagen. Er hatte sich nach eigenen Angaben darüber geärgert, dass der 62-Jährige in sein Wohnzimmer urinierte. Weil das schon zuvor passiert war, habe er seine Aggressionen nicht mehr kontrollieren können. Seinen weiteren Gast schlug er ebenfalls mit einem herumliegenden Tischbein. Der Grund: Der 40-Jährige habe ihn mit seinem Selbstmitleid und betrunkenen Gerede genervt.

Zögerliches Geständnis

Der Duisburger, der sich zunächst wegen Totschlags sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten musste, hatte die Taten nur zögerlich gestanden. An Vieles könne er sich nicht mehr genau erinnern. Gestern erteilte das Gericht den Hinweis, dass der Mann auch wegen Köperverletzung mit Todesfolge bestraft werden könne. Diesem Hinweis folgten auch Staatsanwaltschaft und Verteidiger in ihren Plädoyers. Der Angeklagte sei wegen Körperverletzung mit Todesfolge sowie gefährlicher Körperverletzung zu verurteilen. Eine Haftstrafe von elf Jahren und sechs Monaten hielt die Staatsanwaltschaft für angemessen. Die Verteidigung sprach von höchstens zehn Jahren Freiheitsstrafe. Beide hatten darüber hinaus die Unterbringung des Mannes in einer Entziehungsanstalt gefordert.

Der Angeklagte hatte zugegeben, seit langen Jahren alkoholabhängig zu sein. Ein Sachverständiger hatte allerdings errechnet, dass es keine Anhaltspunkte für eine aufgehobene Schuldfähigkeit zur Tatzeit gibt.

(RP)