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Totes Baby Mia aus Duisburg: Polizei verfolgt mit Handschuh neue Spur

Totes Baby aus Duisburg : Polizei verfolgt im Fall Mia eine neue Spur

Im Fall des toten Babys Mia aus Duisburg, das im November 2018 in einem Müllcontainer in Polen gefunden wurde, hat die Polizei einen neuen Ermittlungsansatz. Es geht um einen Handschuh.

Ein Wissenschaftler des Landeskriminalamtes hat den Waschhandschuh, den die Polizei bei dem Mädchen gefunden hat, nun ganz genau unter die Lupe genommen. „Dieser Waschhandschuh stammt nicht aus einer industriellen Fertigung. Eher hat ihn jemand an einer heimischen Overlock-Nähmaschine hergestellt“, so der Experte.

Der Kriminalwissenschaftler hatte den Stoff, das Gummibündchen sowie die Nähart begutachtet und mit einem industriell hergestellten Waschhandschuh verglichen.

Noch am Donnerstag wollen zahlreiche Polizisten in verschiedenen Duisburger Stadtteilen neue Plakate zum Waschhandschuh aufhängen. Jan Bietzig, Leiter der Ermittlungskommission, im Fall Mia fragt auf diesen gezielt die Bevölkerung: Wer kennt jemanden, der solche Waschhandschuhe selber näht? Wer hat diesen vielleicht sogar angefertigt? Wo fehlt seit Oktober/November 2018 so ein Waschhandschuh? Wo kann man dieses Bündchen und diesen Krepp-Gewebestoff kaufen?

Melden Sie sich bitte beim Kriminalkommissariat 11 per Email an mailto:mia@polizei.nrw.de - mia@polizei.nrw.de oder telefonisch unter 0203 2800.

Der Fall, der ganz Deutschland bewegte, beschäftigt die Duisburger Ermittler nun schon fast anderthalb Jahre. Die Leiche des Mädchens, dem die Polizei später den Namen Mia gegeben hat, war am 17. November 2018 von Mitarbeitern einer Sortieranlage für Altkleider im polnischen Kielce gefunden worden. Der Transport war aus Duisburg gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass das Kind zwischen dem 31. Oktober und dem 8. November in der Revierstadt in einen Container gelegt wurde.

Ein Isotopengutachten ergab zwischenzeitlich, dass das tote Baby seine Wurzeln in Duisburg gehabt haben muss. Die Polizei geht seit seitdem davon aus, dass auch die Mutter in Duisburg oder Umgebung lebt oder gelebt hat.

Durch Zeugenhinweise gelangten die Ermittler bereits einmal auf eine heiße Spur. Im Stadtteil Rumeln fanden sie bei einer weiteren Frau einen toten Säugling in der Wohnung. Sie war bereits wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden, hatte aber mit dem Fall Mia nichts zu tun, wie sich später herausstellte.

Im Januar 2019 organisierte die Stadt Duisburg die Beerdigung für Baby Mia. Es liegt seitdem auf dem Friedhof Trompet begraben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Totes Baby zwischen Altkleidern aus Duisburg gefunden

(dab)