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Duisburg: Tödliche Attacke im Altenheim

Duisburg : Tödliche Attacke im Altenheim

Mit einer schrecklichen Bluttat muss sich seit gestern das Landgericht Duisburg befassen. In der Nacht zum 29. April wurde der 73-jährige Dieter K. im Altenzentrum St. Elisabeth an der Meidericher Biesenstraße gewalttätig.

Er attackierte eine Pflegerin, ging dann in das Zimmer von zwei 76 und 86 Jahre alten Bewohnerinnen, schlug mit einem Metallgestänge, das er aus seinem Pflegebett gezogen hatte, auf die bettlägerigen alten Damen ein. Eine erlag ihren Verletzungen, die andere ist inzwischen ebenfalls gestorben. Allerdings konnten Gerichtsmediziner nicht mit Sicherheit feststellen, dass der Tod der Frau eine direkte Folge der Tat war. Juristisch handelt es sich um Totschlag und versuchten Totschlag.

Doch der demenzkranke Dieter K., der unter einem komplexen System von Wahnvorstellungen leidet, kann dafür nicht zur Rechenschaft gezogen, wohl aber dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden. Seine Befragung durch das Gericht ist kaum möglich. Auch von der Tatnacht erzählt er nicht viel. "Da habe ich zwei Frauen getötet", meint er emotionslos. Und als der Richter ihm die Tatwaffe zeigt: "Ja, das kann das Ding gewesen sein." Dann wird ihm die Fragerei zu viel: "Sie wollen alles wissen, aber nichts sagen", neckt er lachend den Vorsitzenden. Ansonsten kaut der 73-Jährige im zahnlosen Mund auf seiner Zunge herum. Immer wieder streichelt er ein Stofftier, einen kleinen Dalmatiner. "Das ist mein Hunde-Liebchen", erklärt er dem Richter. Das habe er geschenkt bekommen.

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Wer den Rentner so sieht, kann sich nur schwer vorstellen, dass er auf zwei wehrlose alte Frauen einschlug. Auch das Pflegepersonal überforderte er mit seiner Attacke offenbar hoffnungslos. K. war nach einer Odyssee durch verschiedene Krankenhäuser und Institutionen erst wenige Tage zuvor nach Meiderich gekommen. Nachdem er Personal mit Tee begossen und ihm Kot unter die Nase gehalten hatte, sollte sich niemand dem 73-Jährigen mehr alleine nähern.

Eine 29-jährige Krankenschwester tat es in der Tatnacht dennoch. "Er wollte mich schlagen und hat mich gewürgt", so die Zeugin. Die Pflegerin alarmierte einen Kollegen, der draußen auf die angerufene Polizei wartete. Währenddessen blieb der 73-Jährige allein auf der Station. "Man hörte die Schreie der Frauen", so eine andere Pflegerin. Das Personal wusste sich nicht anders zu helfen, als K. ins Zimmer der Frauen zurückzudrängen und die Tür zu verschließen, bis die Polizei eintraf, die den 73-Jährigen entwaffnete und fesselte. "Das Zimmer war voller Blut", so der Altenpfleger. "Ein Horrorfilm könnte nicht schlimmer sein." K. hätte nie ins Altenheim gehört, so der Zeuge. "Ich bin Krankenpfleger, kein Nahkämpfer." Für das Verfahren sind zwei weitere Verhandlungstage geplant.

(RP)