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Duisburg: Tod von Eckkneipen befürchtet

Duisburg : Tod von Eckkneipen befürchtet

Das neue Nichtraucherschutzgesetz ist in Duisburg auf zum Teil heftige Kritik gestoßen. Die Gastronomie befürchtet Umsatzeinbußen. Die Bürger fühlen sich vom Staat bevormundet.

Wie berichtet verbietet das neue Nichtraucherschutzgesetz das Rauchen in Kneipen, Restaurants, Bars, Fußballstadien, Festzelten, bei privaten Festen in einem Restaurant und in Behörden, faktisch also fast überall. Auch abgetrennte Raucherräume in Restaurants, die nach aktueller Gesetzeslage noch erlaubt sind, sollen ab 2013 nach dem Willen der rot-grünen Landesregierung verboten werden. Gastwirte, die im Vertrauen auf die alte Gesetzeslage in abgetrennte Raucherräume, Schutztüren oder Abzugsanlagen investiert haben, bleiben auf ihren Kosten sitzen, denn Übergangsfristen soll es nach dem Willen von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) nicht geben.

"Ich habe extra eine Schiebeglastür in meinen Finkenkrug eingebaut um die Nichtraucher zu schützen. Jetzt sind selbst Raucherräume komplett verboten, die Investition ist damit überflüssig geworden", ärgert sich Roland Jahn, Geschäftsführer des Finkenkrugs. Seiner Meinung nach wird der Schuss aber nach hinten los gehen, denn die Politiker hätten eins vergessen: "Wenn alle Raucher nach dem Willen der Politiker vor der Kneipe auf der Straße stehen müssen, werden sich die Anwohner beschweren und eventuell das Ordnungsamt rufen."

Auch Marc Weber vom Webster im Dellviertel lehnt das Gesetz ab: "Es wird zu Umsatzeinbußen kommen und gerade die kleinen Kneipen werden aussterben." Dies sieht Thomas Kolaric von der Dehoga Nordrhein, dem Verband des Gaststättengewerbes, ebenso: " Das ist der Tod der kleinen Eckkneipe." Das Ordnungsamt hatte im vergangenen Jahr schon 44 mal Bußgelder wegen Verstößen gegen das Nichtraucherschutzgesetz verhängt.

Bei Rauchern kommt das Gesetz natürlich überhaupt nicht gut an. Den Duisburger Familienvater Dieter Loyewski (50) stört vor allem, dass die Rechte der Bürger immer mehr beschnitten werden: "Es wird mit diesem Gesetz zu stark in die Handlungsfreiheit des einzelnen Bürgers eingegriffen", sagt Loyewski. Auch Barbara Ostermann und ihre Kolleginnen, die in einem Tabakgeschäft arbeiten, halten gar nichts von dem Gesetzesentwurf: "Soll ich jetzt nur noch in meinem Auto rauchen?", fragt Barbara Ostermann.

Hans-Jürgen Sander findet drastische Worte: "Der NRW-Jägermeister Hannelore Kraft und ihr Gehilfe Lörmann geben die Raucher zum Abschuss frei. Aber nicht nur diese, der Wirt der kleinen Eckkneipe kann sich nun wohl auch bald in die Reihe der Hartz-IV-Empfänger einreihen." Trotzig reagiert auch eine andere Duisburger Passantin, die namentlich nicht genannt werden wollte: " Wenn es nirgendwo mehr geht, dann rauch ich eben zu Hause weiter", sagt sie.

(RP)