Tobias Kollmann berät Bundesregierung in Fragen der Internetwirtschaft

Professor der Universität Duisburg-Essen: Tobias Kollmann berät Bundesregierung in Fragen der Internetwirtschaft

Professor Tobias Kollmann ist Vorsitzender des einzigen Beirates der Bundesministerien, der Erwähnung im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD findet. Damit steht der Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" für eine Fokussierung der Bundesregierung auf das "Neuland" digitale Gesellschaft.

2013 wurde der Beirat gegründet, um den damaligen Wirtschaftsminister Philipp Rösler von der FDP dabei zu beraten, wie man junge Firmengründer - sogenannte Start-Ups - besser fördern könnte. Nun steht dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit Sigmar Gabriel ein SPD-Mann vor. Die Aufgabenstellung des Beirates ist gleich geblieben, seine Relevanz sogar gestiegen. Für Tobias Kollmann passt das Interesse der Bundesregierung an "E-Entrepreneurship", wie das Unternehmertum in der digitalen Welt auf Neudeutsch heißt, in diesem Jahr wie die Faust aufs Auge. Denn das Wissenschaftsjahr 2014 trägt das Thema "Digitale Gesellschaft".

Bundeswirtschaftsminister Gabriel begrüßt den Vorsitzdenden des Beirates: Tobias Kollmann. Foto: dpa, soe tmk

An der Universität-Duisburg Essen leitet Kollmann den Lehrstuhl für "E-Business und E-Entrepreneurship". Was in seinem Hörsaal schon Realität ist, will er auch bundesweit etablieren. "Ich habe hier 500 Studenten im Hörsaal aus den Bereichen Informatik, Wirtschaftsinformatik und BWL. Wir vermitteln neben theoretischem Grundwissen auch Gründerwissen", erklärt Kollmann. Seitdem Kollmann dem Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" vorsitzt, setzt er sich dafür ein, dass eine Vernetzung zwischen den Studienfächern Informatik und BWL überall dort stattfindet, wo beide Fächer an einer Universität angeboten werden. An der Universität Duisburg-Essen ist diese Vernetzung bereits etabliert.

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Gemeinsam mit Unternehmern und Wissenschaftlern, die im Beirat vertreten sind, geht Kollmann auch an Schulen und Universität, um dort die Gründer von morgen zu ermutigen, eigene Ideen auch in wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln. Tobias Kollmann sagt: "Wir wollen nicht nur Vorschläge auf dem Papier machen, sondern auch gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium konkrete Projekte umsetzen."

Den ersten Bericht hat der Beirat "Junge Digitale Wirtschaft" im Jahr 2013 abgeschlossen. Darin enthalten sind 15 Maßgaben, die sich an junge Unternehmer, Investoren, Universitäten und die Politik richten. Mit den Empfehlungen sollen laut Kollmann Spezialisten in der IT-Branche, aber auch "digitale Weltmarktführer entstehen." Konkrete Trends hat der Professor der Universität Duisburg-Essen nicht vor Augen, "dafür ist das Feld so unglaublich groß, dass es nicht den einen Trend gibt", meint Tobias Kollmann. Trotz der Relevanz, die die Bundesregierung der digitalen Wirtschaft einräumt, ist für den Professor aber auch klar, dass Deutschland noch viel Aufholbedarf in diesem Sektor hat. Dass sich an der Gründungskultur etwas ändert, dafür kämpft er.

(ac)
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