Duisburg: Tim Isfort enttäuscht – Traumzeitretter geben auf

Duisburg: Tim Isfort enttäuscht – Traumzeitretter geben auf

Tim Isfort ist "persönlich enttäuscht". Er sei als Künstlerischer Leiter des Traumzeit-Festivals unbequem gewesen; daher habe man ihn zuerst ignoriert, dann demontiert und schließlich entlassen. Das Angebot der Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG), die vom Verein Traumzeitretter für das bedrohte Festival gesammelten 25 000 Euro für eine Auftragskomposition an ihn zu verwenden, sei "inhaltlich inakzeptabel", "respektlos und missachtend", ja sogar "unseriös".

Isfort beklagte am Mittwoch gegenüber der Presse den schlechten Stil, mit dem ihn DMG-Geschäftsführer Uwe Gerste und DMG-Festivalbüroleiter Frank Jebavy behandelt hätten: "Man hat mich sechs Monate nicht bezahlt, von mir vorfinanzierte Dienstreisen wurden nicht zurückerstattet, E-Mail-Adressen wurden seitens der DMG unangekündigt gelöscht."

Kulturdezernent Karl Janssen habe sogar mehrfach Unwahrheiten über ihn in den Medien verbreitet, zum Beispiel dass Isfort die DMG verklagt habe (was erst seit einer Woche tatsächlich der Fall sei). Auch ein Versöhnungsversuch des neuen Oberbürgermeisters Sören Link habe nichts gefruchtet.

Offenbar sei die Traumzeit in der bisherigen, ebenso ambitionierten wie erfolgreichen Form nicht mehr erwünscht gewesen. Der Hauptsponsor RWE sei nicht "unerwartet abgesprungen", wie der Kulturdezernent dies darstelle, sondern habe dies seit langem angekündigt. Janssen habe die von Isfort vermittelte Landeshilfe torpediert und fälschlich behauptet, dies sei wegen der plötzlichen Auflösung des Landtags nicht mehr möglich gewesen.

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Auch jetzt setze die Verwaltung nicht den Ratsbeschluss vom 24. September um, sowohl die Traumzeit als auch die Akzente jährlich zu veranstalten, sondern plane den jährlichen Wechsel, ohne das finanzieren zu können.

Frank Jebavy als nun nicht mehr nur Kaufmännischer, sondern auch Künstlerischer Leiter wolle die Traumzeit "kommerzieller" machen und dafür die Projekte mit besonders internationaler Ausstrahlung wie große Jazznamen, aber auch das Thema Weltmusik und den Kulturaustausch mit Myanmar "aussortieren".

Die Traumzeitretter wollen unter diesen, aus ihrer Sicht verschlimmerten Umständen "ihr Engagement für eine Veranstaltung, die nicht mehr Traumzeit genannt werden kann, einstellen und den Spendern ihr Geld zurückgeben oder, bei entsprechendem Wunsch der Spender, anderen kulturellen Projekten zur Verfügung stellen."

(hod)