Prozess in Düsseldorf: Tierschützer verklagen Zoo Duisburg

Prozess in Düsseldorf : Tierschützer verklagen Zoo Duisburg

Mehr als fünf Jahre schwelt nun schon der Streit zwischen dem Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und dem Zoo Duisburg wegen einer bisher abgelehnten Einsichtnahme in die Akten des Delfinariums. Nach einer Klage des WDSF findet die öffentliche Hauptverhandlung nun am Freitag vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf statt.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Der Zoo spielt mit uns seit Jahren Katz und Maus. Anfragen aufgrund des Umweltinformationsgesetzes (UIG) hinsichtlich der Haltung und der hohen Todesrate der Delfine wurden seit dem Jahr 2009 nur häppchenweise beantwortet."

Im Duisburger Delfinarium vermutet das WDSF einen ähnlichen Medikamentenmissbrauch und einen Zusammenhang mit der relativ hohen Todesrate der Delfine. Ortmüller: "Gegen den vormaligen Duisburger Tierarzt Manuel Garcia Hartmann, der bis Anfang 2008 etwa 13 Jahre lang für die Delfine in Duisburg zuständig war, hat die Schweizer Staatsanwaltschaft im letzten Jahr einen Strafbefehl wegen mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei erlassen, nachdem mindestens zwei von ihm medizinisch betreute Delfine im Schweizer Vergnügungspark Connyland nachweislich an einer Antibiotikavergiftung gestorben waren. Erst nach einer Berufungsverhandlung wurde Hartmann freigesprochen, weil nicht restlos nachgewiesen werden konnte, dass das Medikament zum Tod der Tiere geführt habe."

Zuletzt sprach sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) gegen die Delfinhaltung aus. In einem Brief bat er Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), "ein tierschutzrechtlich begründetes Auslaufen der Delfinhaltung in Zoos einzuleiten". Schmidts Antwort darauf sei nicht zufriedenstellend ausgefallen, teilt eine Sprecherin des NRW-Umweltministeriums mit. "Der Minister hat sich darin auf das Säugetiergutachten bezogen, nach dem eine Haltung der Delfine zulässig ist", sagt sie. Das NRW-Umweltministerium nehme aber auch die Bedenken der Tierschutzorganisationen ernst.

(ots)
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