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Duisburg: Tierheim verhängt Aufnahmestopp für Katzen

Duisburg : Tierheim verhängt Aufnahmestopp für Katzen

Das Duisburger Tierheim ist bei der Unterbringung von Abgabetieren an seine Grenzen gestoßen und kann deswegen keine gesunden und erwachsenen Katzen mehr aufnehmen. Kranken Tieren hilft der Betreiber des Tierheims, der Verein "Tierschutzzentrum Duisburg", aber weiter.

Die Gründe dafür, dass in den Sommermonaten verstärkt Katzen in dem Tierheim abgegeben werden, sind vielfältig, wie Monika Lange, 1. Vorsitzende des Betreibervereins weiß. "Die jungen Katzenbabys sind vor Kurzem geboren worden und laufen jetzt herum. Dazu kommt, dass Katzen bei höheren Temperaturen wesentlich mehr unterwegs und damit für den Menschen auch sichtbarer sind als in den Wintermonaten", sagt Lange.

Im Sommer werden Katzen eher wahrgenommen

Aber nicht nur Katzen, sondern auch die Menschen nutzen das gute Wetter im Sommer, um sich länger draußen aufzuhalten. Damit steigt auch die Chance im Garten, im Park oder auf der Straße Katzen zu sehen. Dabei ist längst nicht jedes Tier, dass sich länger im Freien aufhält zwangsweise ausgesetzt worden oder ohne Halter. Monika Lange rät daher den Personen, die ein vermeintliches Fundtier in ihrer Umgebung entdeckt haben, erst mal abzuwarten. "Man sollte schauen, ob die Katze verletzt ist und wie sie sich verhält. Wenn man bemerkt, dass die Katze nach zwei oder drei Tagen abmagert und nicht von jemandem gefüttert wird, sollte man telefonischen Kontakt zum Tierheim aufnehmen", sagt sie.

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Der Aufnahmestopp für gesunde und ausgewachsene Tiere hat aber auch praktische Gründe, die in der Arbeit des Tierheims liegen. So müssen Fundtiere zunächst eine Quarantänestation im Tierheim durchlaufen. Gesunde Tiere könnten sich in dieser Station bei Tieren infizieren, die bereits Erreger mit sich tragen. Diesem Risiko sollen die Katzen nicht ausgesetzt werden. Vor allem für bereits erkrankte oder verwilderte Tiere kann der Aufenthalt in der Quarantänestation oder in anderen Bereichen des Tierheims zum Problem werden. Die Unterbringung in geschlossenen Räumen kann für die Katzen zu großem Stress führen. "Wie auch beim Menschen führt Stress dazu, dass das Immunsystem geschwächt und durcheinandergebracht wird. Damit werden die Fundtiere noch anfälliger für Krankheiten und Erreger als sie das im Freien wären", erklärt Monika Lange.

In den Ferien häufen sich die Anfragen von Haltern

Die Urlaubszeit schlägt sich auch auf die Anfragen an das Tierheim und private Tierfreunde in Duisburg nieder. Besonders kurz vorm Urlaub oder an freien Tagen treten Halter an das Tierheim heran und möchten ihre Katzen abgeben. Die sogenannten Privatabgaben führt das Tierheim im Moment aus Kapazitätsmangel nicht durch. Sollte eine Privatabgabe jedoch unumgänglich sein, weist das Tierheim darauf hin, dass die Tiere in jedem Fall geimpft und Kater kastriert sein müssen.

Katzen seltener "gechippt" als Hunde

Ein weiterer Grund für den Platzmangel beim Tierschutzzentrum in Duisburg ist auch die Tatsache, dass abgegebene Katzen oft nicht schnell genug ihren Besitzern zugeordnet werden können. Deshalb rät Monika Lange den Besitzern: "Die Katzen sollten mit einem Chip versehen werden. Es gibt eine Datenbank, auf die die Tierheime und Tierkliniken zugreifen und mit der der Halter ermittelt werden kann. Die Datenbank enthält auch Informationen aus den Nachbarländern. Bei Hunden gibt es solche Probleme nicht, da viel mehr Hunde als Katzen 'gechippt' werden."

Monika Lange steht in engem Kontakt zu anderen Tierfreunden, die sich um Fundtiere kümmern und berichtet, dass auch diese Personen keine gesunden und ausgewachsenen Katzen mehr aufnehmen können. Auch wenn das Tierheim keine gesunden Tiere mehr aufnimmt, hilft es dennoch bei der Vermittlung von Tieren. Wer seine Katze abgeben möchte, sollte dem Tierheim Informationen und ein Foto zukommen lassen, sodass das Tier Interessenten angeboten werden kann, die in das Tierheim kommen. "Aber auch über klassische Zeitungsanzeigen werden immer wieder Tiere vermittelt," weiß Monika Lange.

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(ac)