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Thyssen Krupp und HKM: 5 000 Stahlkocher im Streik

Thyssen Krupp und HKM : 5000 Stahlkocher im Streik

Heiße Phase im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie: Bei Warnstreiks haben am Donnerstag tausende Beschäftigte in der Eisen- und Stahlindustrie die Arbeit vorübergehend niedergelegt. In Duisburg wurden Werke von Thyssen Krupp und den Hüttenwerken Krupp Mannesmann bestreikt.

Im Stahl-Tarifkonflikt haben am Donnerstag nach Angaben der IG Metall rund 8 000 Stahlkocher zeitweise die Arbeit niedergelegt. Die Aktion war der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Welle von Warnstreiks, zu der die Gewerkschaft im Vorfeld der vierten Verhandlungsrunde für die 75 000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie aufgerufen hatte. Seit dem Start der Warnstreiks am vergangenen Dienstag haben sich nach Angaben der Gewerkschaft damit insgesamt rund 10 000 Beschäftigte an den Aktionen beteiligt. Am kommenden Montag wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft die Verhandlungen in Gelsenkirchen fortsetzen.

Arbeitgeber haben noch kein Angebot vorgelegt

IG Metall-Verhandlungsführer Knut Giesler forderte die Arbeitgeber am Donnerstag auf, endlich ein Angebot vorzulegen. Er wies auf eine wieder anziehende Auftragslage und eine verbesserte Auslastung in der Branche hin. Davon wollten die Beschäftigten auch etwas abbekommen. Die IG Metall fordert für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld, aber auch die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und faire Werkverträge.

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Allein an den zwei Aktionen in Duisburg bei Thyssen Krupp Steel Europe und bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann beteiligten sich am Donnerstag rund 5 000 Beschäftigte. Um 10 Uhr hatte es die erste Kundgebung bei Thyssen Krupp Steel Europe in Hamborn gegeben, gegen 12 Uhr folgte eine zweite Kundgebung bei HKM. Außerdem gab es mehrere Demonstrationsszüge. Nach Angaben der Gewerkschaft kam es auch zu Stillständen bei der Produktion.

HKM ist auf die Produktion von Stahl und Vorprodukten für die verarbeitende Industrie spezialisiert. Mit etwa 3 000 Mitarbeitern produziert das Unternehmen rund 5,3 Millionen Tonnen Stahl im Jahr. Im Duisburger Stahlwerk von Thyssen Krupp Steel Europe arbeiten rund 14 000 Mitarbeiter, die für den Konzern vor allem Produkte aus Qualitätsstahl herstellen. Alle Hochöfen von Thyssen Krupp Steel Europe stehen in Duisburg in den Stadtteilen Marxloh, Schwelgern, Bruckhausen und Hamborn. Thyssen Krupp Steel Europe ist einer der größten Arbeitgeber in der Region.

Keine Beeinträchtigungen im ÖPNV

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass es durch den Demonstrationszug zu Beeinträchtigungen auf einzelnen Linien kommen könne. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, erklärte Pressesprecher Helmut Schoofs. "Unsere Busse und Bahnen konnten den Fahrplan ohne Probleme einhalten", sagte er gegenüber unserer Redaktion.

Weitere Kundgebungen und Warnstreiks fanden in Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Hagen, Krefeld, Olpe und Siegen statt. Die Aktionen sollen am Freitag mit weiteren Warnstreiks in Düsseldorf, Gelsenkirchen, Mülheim/Ruhr, Osnabrück, Salzgitter und Witten fortgesetzt werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Streik bei Thyssen Krupp und HKM

(dpa)