Thomas Hertes eröffnet das Geschäft Rheinwein in Buchholz

Weine aus der ganzen Welt : Thomas Hertes eröffnet in Buchholz das Rheinwein

Mit dem Rheinwein eröffnet ein neues, inhabergeführtes Geschäft auf der Münchener Straße. Thomas Hertes spielte insgesamt 17 Jahre lang in der Wasserball-Bundesliga.

Gut, dass gegenüber der Marktplatz liegt. So hat Thomas Hertes nämlich viele Parkplätze direkt vor seiner Ladentür. Und sollten die Kunden demnächst kistenweise Wein aus seinem neu eröffneten Laden schleppen, was der Inhaber natürlich hofft, brauchen sie die nicht so weit zu tragen. Wobei der Gründer dafür auch noch eine andere Idee hat, aber dazu mehr an anderer Stelle (siehe Infokasten). Zunächst eine Nase voll Nachrichtenbouquet: Auf der Münchener Straße hat ein neues Geschäft eröffnet – das Rheinwein.

150 Sorten Weiß, Rosé und Rotwein warten hier darauf, verkostet zu werden. Sie kommen aus der ganzen Welt, wobei Hertes sich auf Europa spezialisiert hat und hier besonders auf deutsche Weine. „Mein Hauptaugenmerk sind junge Winzer ab 30 bis Mitte 40“, sagt er. „Es gab noch nie so viele spannende Weine wie jetzt“, fährt er fort und führt als Beweis zu einem Grauburgunder von 2018: „Sehr frisch, freundlich, moussiert ein bisschen, macht einfach Spaß.“

Einfach Spaß machen will auch das Rheinwein, mit Betonung auf Spaß ebenso wie auf einfach: Stundenlanges Dekantieren von Wein ist für Hertes mehr Spielerei denn Notwendigkeit; unnötiges Chichi. Ungezwungen, nicht abgehoben, soll es bei den hauseigenen Weinverkostungen zugehen: Nicht umsonst heißen sie Weinpalaver.

Die alkoholisierten Trauben haben Thomas Hertes schon mit 16 gepackt, „mein damaliger Schwiegervater hat Riesenahnung von Wein gehabt. Da bin ich immer mehr reingerutscht.“ Im Stuttgarter Raum aufgewachsen, trainierte er, der 17 Jahre Wasserball in der Bundesliga gespielt hat, in einem Schwimmbad direkt vor einem Weinberg. Es kam, wie es kommen musste: Hertes machte Flaschen und Korken zu seinem Beruf und studierte Weinbetriebswirtschaft. Seine Kenntnisse in Kostenrechnung und Weinbau veredelte er durch Jobs in neuseeländischen Weingütern. Später arbeitete er lange in einem Weingeschäft in der Duisburger Innenstadt.

Nicht mehr. Der Jahrgang 2019 bringt Thomas Hertes die Selbstständigkeit: „Der Duisburger Süden ist noch nicht abgedeckt“, findet er; ein inhabergeführtes Weingeschäft gab es hier bislang nicht.

Jetzt hat der Korken geploppt. Das Rheinwein ist eröffnet und wartet darauf, den Kunden seinen Wein einzuschenken: Vom rheinhessischen Moscado aus gelbem und rotem Muskateller – „Der springt aus dem Glas vor Aroma“ – bis zum neuseeländischen Sauvignon Blanc, dessen Geschmack der Fachmann bezeichnet mit „quietschig, Stachelbeere“.

Wer seinen Blick durch den Laden schweifen lässt, sieht: Hertes hätte auch Schreiner werden können; die Einrichtung hat er selber gezimmert. Tische, Theke und Regale stehen auf Wasserrohren als Beinen, obendrauf präsentiert sich die Ware auf Holzplanken aus dem Gerüst- und Tiefbau. Verkaufen wird er die Möbel aber nicht: „Das darf man nicht.“ Dazu fehlt ihm der Schreinermeister. Stattdessen tischt er den Leuten lieber r(h)einen Wein auf. Und sich selber natürlich auch. Sein Lieblingswein? Er schüttelt den Kopf. „Keiner. Aber trocken.“

Mehr von RP ONLINE