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Duisburg: Theaterstück mit Gänsehaut-Faktor

Duisburg : Theaterstück mit Gänsehaut-Faktor

Der Thriller "Todesfalle" war am Sonntagabend in der Rheinhausen-Halle nichts für schwache Nerven. Während das Publikum beinahe atemlos dem ersten Akt folgte, übertraf der zweite Akt den ersten noch einmal im Gänsehaut-Faktor.

Einen Verdacht sollte das Publikum schon haben, aber sicher sein sollte es sich doch nicht, lehrt der ehemalige Erfolgsautor Sidney Bruhl (Michael Lesch) in seiner Vorlesung an der Universität. Diesem Tipp folgt einer seiner Schüler und reicht ihm ein großartiges Theaterskript ein. "Ein Volltreffer, das kriegt der beste Regisseur nicht kaputt", schwärmt Bruhl und spinnt weiter: "Für so ein Stück könnte man glatt zum Mörder werden." Und so lockt Bruhl den Nachwuchsschriftsteller Clifford Anderson (Marten Sand) zu sich nach Hause und erdrosselt ihn.

Bedrohliches Spiel

Gerade, als er und seine Frau Myra (Arzu Ermen) nach der Tat zur Ruhe kommen, steht der vermeintlich Ermordete an der Terrassentür und schwingt die Schaufel, mit der Sidney ihn zuvor im Garten vergraben haben will. Sidney ist der Tür näher und daher zuerst der Rache Andersons ausgesetzt. Bei dem Versuch, die Polizei zu alarmieren, erleidet Myra einen Herzinfarkt und stirbt, während Sidney wie durch ein Wunder unverletzt aufsteht und sich und den Spaten schwingenden Zombie zum geglückten Coup beglückwünscht. So viel zum ersten Akt, der mit dieser Wendung die sicher geglaubte Handlung im Kopf der Rheinhauser Zuschauer gehörig durcheinanderbrachte.

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Im zweiten Akt sind die Karten neu gemischt: Der Helfer Anderson wird zu Bruhls Sekretär, der, ohne dass es seinem Arbeitgeber auffällt, das Stück zum Mord aus dem ersten Akt verfasst. "Ist das nicht ein Akt, der einschlagen muss?", verteidigt er sich, als er auffliegt. Doch bei Bruhl trifft die Idee auf wenig Gegenliebe: "Und wie! Und was für eine Pause, 20 Jahre bis lebenslänglich." Dennoch gibt Bruhl vor, Anderson zu unterstützen, heckt aber indes einen perfiden Plan aus, wie er ihn beseitigen kann. Dies ist wiederum ganz im Sinne von Anderson, denn der weiß auch noch nichts für seinen zweiten Akt und hofft, dass, wie so oft, das Leben die besten Geschichten schreibt.

Aufgelockert wird die düstere Szenerie immer wieder durch Nachbarin und Wahrsagerin Gizi Barna (Renée Zalusky), skurril im indischen Lagen-Look zu weißen Turnschuhen. Mit flatternden Augenlidern verkündet sie ihre Zukunftsvisionen und macht die Protagonisten damit umso nervöser. Trotz des immer gleichen Bühnenbilds, das das Arbeitszimmer von Sidney mit großem Schreibtisch und Terrassentür zeigt, ist das Spiel unheimlich bedrohlich.

Insbesondere Michael Lesch und Marten Sand ergänzten sich im furiosen Finale großartig.

(son)