Theater Duisburg: Der Wasserschaden ist kaum einzuschätzen

Rundgang nach dem Wasserschaden : Im Theater sind 1000 Stromkreise zu prüfen

Bei einem Rundgang durch das Duisburger Stadttheater wurde deutlich, dass das große Haus auf unabsehbare Zeit unbespielbar bleibt. Zunächst muss ein Sanierungsplan erstellt werden. Versicherungen zweier Firmen sind informiert.

Das Wasser ist weg, die Probleme nicht. Das ist das Fazit, das nach einem Rundgang im Theater gezogen werden kann. Der Kulturdezernent Thomas Krützberg, der Geschäftsführer des Immobilienmanagements Duisburg (IMD), Jürgen Kugelberg, und Theaterleiterin Karoline Hoell informierten am Donnerstag Vertreter von Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen bei einem Rundgang durch das vom Wasserschaden heimgesuchte Stadttheater über den Stand der Dinge. „Wir müssen hier zwar nicht mit Gummistiefeln durchs Wasser waten, aber das heißt nicht, dass wir Entwarnung geben können“, sagte Krützberg zu Beginn des Rundgangs.

Die Kommunikation war im Theater nicht ganz einfach. 37 Lufttrockner, die Tag und Nacht ununterbrochen laufen, sorgten für eine permanente Geräuschkulisse. Die Journalisten wurden auf die Bühne, in verschiedene Nebenräume und auch in die Untermaschinerie geführt. Zwar sah man ein Steuerungspult, das vom Wasserschaden gezeichnet ist, auch wurde in einer Künstlergarderobe eine Zwischendecke entfernt und die Tapete, damit die feuchten Wände austrocknen können; zudem wurden Felle und Schlägel von Schlagwerk-Instrumenten der Duisburger Philharmoniker, die in einem Untergeschossraum aufbewahrt werden, beschädigt. All das sind jedoch vergleichsweise Peanuts gegenüber den Schäden, die man bei der Technik befürchten muss und die man nicht auf den ersten Blick erkennen kann.

Maler kümmern sich um die Schäden, die das Wasser an den Wänden hinterlassen hat. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Die 80.000 Liter Wasser, die am vergangenen Freitag schwallartig aus der Sprinkleranlage im Theater Duisburg ausgetreten sind, haben die empfindlichen technischen Einrichtungen des Stadttheaters berührt. „Das heißt“, so Jürgen Kugelberg vom IMD, „das mehr als 1000 Stromkreise überprüft werden müssen.“ Außerdem müssen Tausende Meter Kabel kontrolliert werden, ob sie noch weiter verwendet werden können. Vor allen Dingen müssen Fachleute die gesamte Untermaschinerie, die noch vor wenigen Jahren für einige Millionen Euro erneuert worden war, genau unter die Lupe nehmen. „Da gilt der Grundsatz Vorsicht vor Schnelligkeit“, sagte Kugelberg. Fehler in der Maschinerie könnten für Akteure auf der Bühne lebensgefährlich werden.

Krützberg, Kugelberg und Hoell lobten einstimmig die Arbeit der Feuerwehr, des Theaterpersonals und der IMD-Mitarbeiter, die in kurzer Zeit am Freitag die notwendigen Erstarbeiten geleistet hätten.

In den kommenden Woche werden Gutachter ins Theater kommen. Sie sollen herausfinden, wer für den Wasserschaden verantwortlich gemacht werden kann. Kugelberg sagte, dass die Versicherungen von zwei externen Firmen bereits kontaktiert wurden. Zum einen die Versicherung der Wartungsfirma, bei der die Sprinkleranlage in Gang geriet; zum anderen die Firma, die für das Brandmeldesystem zuständig ist. Weitere Einschätzungen über den Schadensverursacher und mögliche Regressforderungen wollte am Donnerstag niemand vornehmen.

Ausdrücklich wurde jetzt darauf hingewiesen, dass das große Haus des Stadttheaters weiterhin auf unabsehbare Zeit unbespielbar bleibt, die Vorstellungen im Foyer III aber durchgeführt werden können. Dort läuft am Freitag und Samstag, jeweils ab 19.30 Uhr, „Kochen mit Elvis“. Für diese Vorstellungen gibt es sogar noch Karten. Infos dazu unter Tel. 0203 28362100.

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