"The Curve" im Duisburger Innenhafen: Abbruch oder Weiterführung?

Leuchtturmprojekt im Duisburger Innenhafen : „The Curve“ - Abbruch oder Fortführung?

Stadtentwicklungsdezernent Martin Linne hatte im RP-Interview von zwei Alternativen des Prestige-Objekts „The Curve“ gesprochen. Der Rat muss nun entscheiden: Geht es weiter oder wird ein neuer Investor gesucht?

Ein spektakulärer, sichelförmiger Bau mit 80 bis 100 Wohnungen, Hotel, Büros, Gastronomie, rund 100 Millionen Euro Investition – so ist „The Curve“ („die Kurve“) geplant. Die schier unendliche Geschichte des „Leuchtturm“-Projekts spitzt sich jetzt zu: Das, was der Rat in seiner nächsten, nichtöffentlichen Sitzung am 30. September vorgelegt bekommt, heißt nichts anderes als „hopp oder top“. Die Verwaltung hat zuletzt mit dem Düsseldorfer Investor „die developer“ (ddp) Gespräche geführt. Am Ende hat die Verwaltung daraus zwei Vorschläge entwickelt, die an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassen. Alternative eins ist überschrieben mit „Fortführung des Projekts zu fest definierten Rahmenbedingungen mit klarer Zuweisung von Durchführungsrisiken an ddp“. Die zweite Alternative heißt schlichtweg „Stadt erklärt den Projektabbruch“.

Fortführung Die Nachtragsverhandlungen haben ergeben, dass der Investor das Grundstück zum Preis von 4,5 Millionen Euro kauft. Dazu kämen Planungskosten an die Stadt in Höhe von 2,47 Millionen Euro. Der Investor schlägt hier eine Reduzierung auf zwei Millionen Euro vor, um die Umplanung bei der schwierigen Gründung – statt der ursprünglich geplanten „Rüttelstopfsäulen“ sollen nun Bohrpfähle verwendet werden – zumindest zum Teil erstattet zu bekommen. In der Summe bekäme die Stadt also 6,5 Millionen Euro. Der Investor übernimmt die Verantwortung für die Kampfmittelsondierung (1,5 Millionen Euro) und die Errichtung von Bohrpfählen (fünf Millionen Euro). Dafür zieht der Investor fünf Millionen Euro vom Kaufpreis ab und verlangt zusätzlich eine „Sicherheitspauschale“ von 500.000 Euro für „unvorhergesehene Risiken“. So bleibt für die Stadt am Ende noch eine Million Euro übrig. Der Investor gibt zudem eine Baufertigstellungsverpflichtung ab, so dass für die Stadt das Risiko einer Rückzahlung von Fördermitteln aus der regionalen Wirtschaftsförderung ab 2023 deutlich reduziert wird.

Projektabbruch Kommt ein Nachtragsvertrag bis Ende dieses Jahres nicht zustande, kann die Stadt gegenüber ddp den Projektabbruch erklären. In diesem Fall sollen sich keine weiteren gegenseitigen Forderungen ergeben. Die Stadt würde dann einen neuen Investor suchen. Da der jetzige Bebauungsplan konkret auf das Projekt „The Curve“ bezogen ist, ergäben sich dann Zeitverzögerungen durch eine Neuaufstellung des Bebauungsplans und die Neuausschreibung von mindestens vier Jahren. Zudem müssten 2,47 Millionen Euro Planungskosten zurückgezahlt werden – ein neuer Investor müsste mindestens sieben Millionen Euro bieten, damit es für die Stadt noch wirtschaftlich wäre. Die Kosten für Gründungsmehraufwendungen und die Kampfmittelsondierung müssten von den sieben Millionen allerdings wieder abgezogen werden.

Empfehlung Die Verwaltung empfiehlt dem Rat die Fortführung, auch wenn der Ertrag von einer Million Euro „bei weitem“ nicht die in der Vergangenheit getätigten Ausgaben decke. Aber so seien die Realisierungschancen deutlich gestiegen, und das in einem absehbaren Zeitrahmen.

Mehr von RP ONLINE