Duisburg: Temporeiche Akrobatik in der Manege

Duisburg : Temporeiche Akrobatik in der Manege

Der Zirkus Knie gastiert seit Mittwoch vor der Schauinsland-Reisen-Arena in Wedau. Die Artisten präsentieren dort täglich zwei traditionelle Shows in moderner Verpackung.

Seit Mittwoch heißt es auf dem Wedauer Alfrediplatz: Vorhang auf, Manege frei! Mit seinem neuen Programm "Wetten, dass ... wir Sie begeistern?" tourt der Zirkus Charles Knie durch Deutschland und gastiert nun auch in Duisburg.

Die vielen, großen Gehege rund um das Zirkuszelt lassen bereits vielfältige Tierdarbietungen erahnen und der Zuschauer wird nicht enttäuscht: Neben Elefanten, Pferden, Löwen und Tigern sorgen auch Kamele, Watussirinder, Kängurus und Seelöwen für Aufsehen in der Manege. "Wir arbeiten mit rund hundert Tieren und den meisten Tierarten", erläutert Patrick Adolph, Sprecher des Zirkus.

Im Hauptzelt, das 1440 Gästen Platz auf Einzelsitzen bietet, duftet es vertraut nach Sägemehl und Tieren. Die Show, die Zirkus Charles Knie präsentiert, ist eine traditionelle, "aber in moderner Verpackung" verspricht Adolph. "Kinder und Familien müssen sich genauso gut amüsieren wie Erwachsene, Rentner und Jugendliche", darauf legt Zirkusdirektor Sascha Melnjak besonderen Wert.

Mit der einsetzenden Musik des achtköpfigen Orchesters und der aufwändigen Lichtregie wird schnell deutlich, was Patrick Adolph meint, wenn er vom "Eventcharakter" dieses Zirkusbesuchs spricht.

Vier sexy Tänzerinnen eröffneten die Darbietung und heizten dem Publikum ein, bevor das rasante Duo Medini übernahm. Auf Rollschuhen drehte und wirbelte das italienische Paar waghalsig auf einer runden Plattform von nur etwa zwei Metern Durchmesser herum. Erstaunlicherweise fand dort auch noch ein Dritter Platz - er wurde direkt aus dem Publikum gefischt und eh er sich versah, zum Mittelpunkt des Kreiselns. Dann wurde es dunkel im Zelt mit dem einzigen Spot auf Komiker Cesar Dias gerichtet. In den kurzen Umbaupausen tummelte er sich im Publikum und ließ sich immer wieder neue Albernheiten einfallen, um die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Und das gelang dem Preisträger des internationalen Circusfestivals auch ohne rote Knollennase, dafür aber mit Anzug, Fliege und das Haar triefend vor Pomade. Diffuses dunkelgrünes Licht erschien im hinteren Teil der Manege und daraus tauchten plötzlich fünf Kamele auf, die auf die Zuschauer zu galoppierten. Ein eindrucksvoller Effekt, der nur noch davon übertroffen wurde, wie schnell sich noch drei arabische Vollblüter, vier Zebras, vier beeindruckend gehörnte Watussirinder, zwei Nandus und letztlich sechs Lamas hinzugesellten und über das Sägemehl galoppierten. Chefdresseur Marek Jama aber hatte sie alle im Griff und koordinierte die Herde zuverlässig. Ebenso imposant präsentierte er später sehr elegante Laufbilder von Friesen mit glänzendem Fell und lockerer Mähne, unterbrochen von neckischen Einlagen vieler Shetland Ponys und abgerundet von Schimmeln auf zwei Beinen.

Die Raubtiere fraßen Tom Dieck Jr. beinahe aus der Hand. Für jeden Trick dieser prachtvollen Tiere gab es von ihm ein Stück rotes Fleisch am Spieß. Dafür nahmen sie die Position ein, die der junge Tierlehrer sich für sie ausgedacht hat.

Natürlich gehörten auch fliegende Trapezkünstler samt atemberaubendem Salto Mortale zur Show, eine feurige Inszenierung an seidenen Tüchern, Jonglage, ein Drahtseilakt und vieles mehr. Alles dramatisch untermalt durch Licht und Musik und sehr tempo- und abwechslungsreich dargeboten. Wette gewonnen.

(RP)