Naturfreibad in Rheinhausen Tegge: Ende der Pläne fürs Spaßbad

Duisburg · Die Verwaltung erklärt das Projekt "Naturfreibad an der Tegge" für beendet. Es hatte zwar einen Investor gegeben, Duisburg-Sport zweifelte aber an dessen Finanzierungskonzept. Der Interessent seinerseits fühlt sich ignoriert und vergrämt. Jetzt baut er sein Spaßbad in der Stadt Bergheim bei Köln.

 Der Kleine Toeppersee: So sieht es dort heute aus, und so wird es vorerst auch bleiben. Einen Investor für ein Freibad gibt es nicht mehr.

Der Kleine Toeppersee: So sieht es dort heute aus, und so wird es vorerst auch bleiben. Einen Investor für ein Freibad gibt es nicht mehr.

Foto: Andreas Probst

Rheinhausen Der Traum vom Spaßbad am Kleinen Toeppersee ist ausgeträumt. Die Verwaltung lässt das Projekt mit einer kurzen Mitteilung an die Politik sang- und klanglos untergehen. Der Investor Harry Keller unterdessen hat seine Pläne nach kurzem Anlauf in der Stadt Bergheim bei Köln umgesetzt. "Vor vier Wochen war die Eröffnung", sagt er, "wir sind jetzt schon gut besucht." In Bergheim habe man ihm den Weg bereitet: "Die haben da innerhalb von vier Monaten auf die Reihe bekommen, was Duisburg in zwei Jahren nicht geschafft hat."

Keine Antwort auf Anschreiben

Duisburg-Sport beerdigt das Projekt "Strandbad" in einem Schriftstück, dass der Bezirksvertretung in ihrer Sitzung am 8. September vorgelegt werden soll. Harry Keller, Geschäftsführer des in Köln ansässigen Unternehmens "Kellercreaktiv", sei der einzige mögliche Investor für ein Naturfreibad an der Tegge gewesen. Die Gespräche mit ihm hätten aber "zu keinem verbindlichen Ergebnis" geführt: "Insbesondere den Nachweis einer soliden Finanzierung des Projektes hat der Interessent nicht erbracht." Nun bestehe seit mittlerweile einem Jahr "kein Kontakt mehr zwischen dem Interessenten und Duisburg-Sport".

Harry Keller sieht die Schuld dafür allein bei der Stadt: "Ich hatte den Eindruck, dass Duisburg-Sport gar nicht wollte." Im vergangenen Jahr habe er die Verantwortlichen zweimal angeschrieben und keine Antwort erhalten. Überhaupt sei er mit seinen Plänen auf deutlichen Widerstand gestoßen: "Es war keine Zuarbeit da", fasst er zusammen.

Kellers Plan hatte eine ganze Abenteuerlandschaft an der Tegge vorgesehen. Dazu sollten eine "Fantasiekletterwelt" mit Schaukeln, Wippen und Kletterburg sowie Waldareale zum Austoben gehören, außerdem Sportbereiche von der Skateranlage bis zum Basketballfeld, von der Hüpfanlage bis zur Gokartbahn auf einer Fläche von 75 000 Quadratmetern. Den 170 Meter langen Strand wollte er mit Hängematten ausstatten, die Bäume mit Lianen zum Übers-Wasser-Schwingen.

Bedenken "nicht nachvollziehbar"

Die Beschwerden über sein Finanzierungskonzept kann er nicht verstehen: "Das Grundkapital war da", sagt er. Er habe ein günstiges Angebot für Anlagen wie Büros, Duschen oder Toiletten in Containerbauweise gehabt, die auch optisch gut geeignet gewesen wären: "Das hat Duisburg-Sport einfach nicht akzeptiert. Für mich ist das nicht nachvollziehbar", so Keller.

In der Stadt Bergheim sei er nun dabei, Schritt für Schritt ein aufgegebenes Freibad wiederzubeleben. "Das Konzept ist das Gleiche", sagte er, "aber in Duisburg hätte ich mehr Möglichkeiten gehabt, was die Aktivitäten am Toeppersee betrifft." Er bedauere, dass er nicht nach Rheinhausen kommen konnte: "Das Gelände ist absolut attraktiv. Der See bietet so viele Möglichkeiten. Das wäre optimal gewesen in Duisburg."

Internet Details zu den Plänen von Harry Keller auf www.rp-online.de/duisburg

(RP/rl)
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