Duisburg: Tausende stellen sich Rechten in den Weg

Duisburg: Tausende stellen sich Rechten in den Weg

Duisburg hat heute den größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Stadt erlebt. Im Stadtteil Marxloh trafen Anhänger von NPD und "pro NRW" sowie tausende Gegendemonstranten aufeinander. Lesen Sie hier den Verlauf der Ereignisse nach.

14.20 Uhr: Die Lage hat sich wieder beruhigt. Die Gegendemonstranten haben sich vor der Moschee versammelt. Der Polizei ist es gelungen, die verfeindeten Lage voneinander zu trennen. Die Anhänger von "pro NRW" und NPD machen sich jetzt auf den Heimweg.

14 Uhr: Auch direkt an der Moschee drohte die Lage kurzzeitig zu eskalieren: Hier standen sich Rechte und Gegendemonstranten direkt gegenüber.

13.50 Uhr: Die Lage eskaliert. Es gibt erste Handgemenge zwischen Polizisten und Demonstranten. Passanten laufen fluchtartig weg, darunter auch Kinder. Mehrere Personen werden abgeführt. Bei dem zweiten Demonstrationszug handelt es sich offenbar um rechtsgerichtete Türken, die unter den linken Demonstranten PKK-Anhänger vermuteten. Die Lage ist unübersichtlich. Die Polizei versucht, die beiden Gruppen zu trennen.

13.35 Uhr: Die Polizei versucht, die Demonstranten zu bewegen, freiwillig zum Platz vor der Moschee weiter zu ziehen. Jetzt nähert sich ein Zug mit 500 meist türkischen Demonstranten, der aggressiv auf die linken Demonstranten zugeht.

13.30 Uhr: Die Polizei hat bisher rund 70 Autonome aus dem Pulk herausgezogen. Bei den Gegendemonstranten kocht die Stimmung gegen die Polizei hoch. Hunderte Schaulustige haben sich um den Pulk herum versammelt.

13.10 Uhr: Jetzt stehen rund 1000 Gegendemonstration etwa 1000 Polizisten gegenüber. Die Demonstranten blockieren die Hauptverkehrsstraße in Marxloh. Bei vielen der Protestler handelt es sich offenbar um extrem Linke, viele tragen alte kommunistische Sowjetflaggen bei sich. Die Lage ist angespannt. Beide Seiten warten ab. Es ist still. Über der Szenerie kreist ein Polizeihubschrauber.

13.05 Uhr: Rund 700 Autonome versuchen, sich über einen Schleichweg zu den rechten Demonstranten durchzuschlagen. Eine Polizeihundertschaft mit Helmen und Hunden stellt sich den Autonomen in Zweierreihen entgegen.

12.50 Uhr: Auf dem Platz vor der Moschee wird noch friedlich gefeiert. Wenn die rechten Demonstranten eintreffen, wird die Polizei dafür sorgen, dass beide Lager nicht direkt aufeinandertreffen.

12.35 Uhr: Vor der Moschee haben sich die Gegendemonstranten hinter einer Absperrung versammelt. Zwei Wasserwerfer der Polizei sind auf die Menge gerichtet. In Kürze trifft der Demonstratationszug von "pro NRW" an der Moschee ein, dann treffen die beiden Gruppen erstmals aufeinander.

12.20 Uhr: Drei Busse mit rund 150 NPD-Anhängern sind in Marxloh eingetroffen. Bisher sind die beiden Lager noch nicht aufeinandergetroffen. An der Gegendemonstration des DGB nehmen bisher rund 1000 Menschen teil, dazu kommen viele weitere kleine Gegenkundgebungen.

11.55 Uhr: Gleich beginnt auf dem Sportplatz von Rhenania Hamborn die Kundgebung von "pro NRW". Bisher sind nur eine Handvoll Anhänger der rechten Bewegung vor Ort. Nach und nach treffen weitere ein. Von hier aus wollen die "pro NRW"-Anhänger in Richtung Moschee ziehen; die Polizei wird sie mit einem Großaufgebot begleiten.

11.45 Uhr: Die Sitzblockade auf dem Zugweg von "pro NRW" ist aufgelöst.

11.40 Uhr Die Busse mit den "pro NRW"-Anhängern werden jetzt umgeleitet, um die Sitzblockade zu umgehen. Sie fahren zurück auf die A 59. Auch auf dem Zugweg der NPD-Demo gibt es inzwischen eine Sitzblockade. Etwa 150 Gegendemonstranten blockieren die Straßenbahnschienen auf der Aldenrader Straße.

11.30 Uhr: Jetzt löst die Polizei die zweite Sitzblockade auf. Etwa 200 Polzisten und zahlreiche Medienvertreter haben sich um die Demonstranten gescharrt. Wer sich nach einer erneuten Aufforderung weigert, aufzustehen, wird von Polizisten weggeschleift.

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11.10 Uhr: Die Sitzblockade verhindert, dass Busse mit Anhängern der NPD von "pro NRW" nach Marxloh hereinfahren können. Die Busse hängen an der Autobahnausfahrt fest. Die Polizei hat den Demonstranten, die sich an der Sitzblockade beteiligen, ein Strafverfahren angedroht. Bisher ist es dennoch weitgehend friedlich. Zu Übergriffen auf die Polizei kam es noch nicht.

11.05 Uhr: Die Polizei versucht jetzt, die Sitzblockade auf dem Zugweg von "pro NRW" aufzulösen, nachdem sie die Demonstranten mehrmals aufgefordert hat, sich zu entfernen. Einige Personen wurden bereits in Gewahrsam genommen. Rund 30 Demonstranten sitzen noch auf der Straße, etwa 100 Polizisten ziehen sie nach und nach von der Straße. "Wir sind friedlich, was seid ihr?", rufen die Demonstranten. 50 Meter gibt es bereits eine weitere Sitzblockade.

11 Uhr: Die Anwohner sehen der Demonstration mit Anspannung entgegen. Die meisten sind froh, dass die Polizei mit so vielen Beamten vor Ort ist. "Ohne Polizei hätten wir Angst", sagt Anwohnerin Halime Selbisu. Der "pro NRW"-Demonstrationszug führt durch ein Wohngebiet, in dem viele Türken leben.

10.50 Uhr: Mehrere Busse mit "pro NRW"-Anhängern aus Köln und Belgien treffen ein. Die Polizei klärt die Gegendemonstranten auf, welche Rechte sie haben. Laut Polizeisprecher Ramon van der Maat ist es bisher noch zu keinen Ausschreitungen gekommen.

10.45 Uhr: SPD-Chef Sigmar Gabriel und Stellvertreterin Hannolore Kraft besichtigen die Moschee. Anschließend wollen sie sich den Gegendemonstranten anschließen. Peter Ibe, Jugendpolitischer Sprecher der Duisburger CDU, spricht von einer "Wahlkampfveranstaltung" der SPD.

10.30 Uhr: SPD-Chef Sigmar Gabriel hält vor der Moschee eine kurze Rede: "Die Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass man auch Verrückten und Spinnern das Grundgesetz zubilligt. Aber das heißt nicht, dass man dagegen nichts sagen darf. Es besteht in Deutschland gerade nach den Anschlägen des 11. Septembers eine Islamophobie bei den Menschen. Diese Ängst gilt es abzubauen. Moscheen sind offene Häuser. Und ich kann allen Bürgern in NRW nur raten: Geht zur Wahl und wählt eine demokratische Partei."

10.20 Uhr: An der Warbungstraße gibt es eine erste Sitzblockade. Etwa 50 Gegendemonstranten sitzen auf der Straße. Die Polizei versucht, sie wegzubewegen. Hier kommt gleich der Demonstrationszug von "pro NRW" vorbei. Bisher stehen am Sammelpunkt der rechten Partei jedoch nur eine Handvoll Menschen.

10.10 Uhr: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) ist an der Moschee eingetroffen, wo bereits zahlreiche Journalisten und Kamerateams warteten. Neben Sauerland wollen auch SPD-Chef Sigmar Gabriel und seine Stellvertreterin Hannelore Kraft an der Gegendemonstration teilnehmen.

10.05 Uhr: Am Minarett der Moschee wird ein 30 Meter langes Banner mit der Aufschrift "Hand in Hand gegen Rassismus" heruntergelassen. Das gleiche Plakat auch an den beiden christlichen Kirchen in Marxloh aufgehängt werden.

9.47 Uhr: An den Straßenecken stehen Polizeiwagen mit Wasserwerfern. Zur NPD-Demo werden rund 400, zur "pro NRW"-Demo etwa 1000 Teilnehmer erwartet. Die Zahl der Gegendemonstranten dürfte ungleich höher sein. Viele Anwohner haben sich zum Ziel gesetzt, den Rechten den Weg durch den Stadtteil zur versperren, und haben zum Beispiel Straßenfeste angemeldet.

9.30 Uhr: "Marxloh stellt sich quer - NPD und pro NRW blockieren" - so das Motto der Gegendemonstranten. Andere demonstrieren unter dem Leitspruch "Duisburg ist bunt statt braun". Linke Demonstranten haben Sitzblockaden auf dem Zugweg der Rechten angekündigt. Die Polizei will hier hart durchgreifen.

9.20 Uhr: Polizisten sprechen mit Anwohnern, klären sie auf und beruhigen sie. Wer in Marxloh lebt, wird heute massive Einschränkungen hinnehmen müssen. Eine private Securityfirma aus Bochum bewacht die Moschee. Über dem Stadtteil kreist ein Polizeihubschrauber.

9.15 Uhr: Die Ausfahrt Duisburg-Fahrn der A 59 ist gesperrt. Nur Teilnehmer der NPD- oder ProNRW-Demonstrationen dürfen hier abfahren. Die Polizei will Demonstranten und Gegendemonstranten so weit wie möglich voneinander fernhalten. Wer noch anreisen möchte, sollte die Ausfahrt Marxloh nehmen, sein Auto an der Rhein-Ruhr-Halle parken und mit der Straßenbahn Richtung Moschee fahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demo in Duisburg: Polizei im Großeinsatz

(jco)