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Duisburg: Talentierte Nachwuchs-Schauspieler

Duisburg : Talentierte Nachwuchs-Schauspieler

In knapp zwei Wochen wird in der Glückauf-Halle das Kindermusical "Affenstark und löwenschlau" aufgeführt. Wir haben die pfiffigen Hauptdarsteller bei einer Probe in der Grundschule Kirchstraße kennengelernt.

Diese Probe ist eine ganz besondere: die erste mit Kostümen. Und wir dürfen zuschauen! Lehrerin Cecilia Toups legt für das Outfit von Luisa Gajewski (9) Hand an. An eine braune Mütze müssen zwei Affenohren befestigt werden. Die überschüssigen Nadeln hält Toups mit ihren Lippen fest. Als sie Luisa fragt, ob die Mütze passt, ist die Frage nur als unverständliches Nuscheln zu verstehen. Maximilian Schweizer (9) und sein Graslöwen-Kostüm sind hingegen bereits bestens vereint. Als Jan Detka (8) ihn an seinem Schwanz zieht, schreit Maximilian spaßeshalber mit schmerzverzerrter Stimme: "Aua!" Die sechs kleinen Hauptdarsteller des Kindermusicals "Affenstark und löwenschlau" sind unübersehbar kleine Sonnenscheine. Und in ihren Kostümen sehen sie putzig aus, auch wenn diese noch nicht ganz optimiertsind.

Von den Kostümen abgesehen sind die Stars des Musicals allerdings startklar. Der Text sitzt, die Handlungen ebenfalls. Es geht nur noch um den schauspielerischen Feinschliff. Von Allüren ist bei dem Sextett erfreulicherweise nichts zu spüren. Stattdessen bringen sich alle voll ein. Jan nimmt trotz der Nachwirkungen einer Grippe an der Probe teil, von einem Kratzen im Hals und mehrfachem Husten lässt er sich nicht beirren.

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Dialog zwei steht an. "Wer bist du überhaupt?", fragt der Graslöwe (Maximilian). Der Affe (Luisa) antwortet: "Taffi! T-A-F-F-I!" Jeden einzelnen Buchstaben bildet sie mit Körper und Händen nach. Doch eine fehlt. "Wo ist denn die Paula? Paaaaaula?", ruft Taffi. Das ist der Moment, in dem das Publikum bei der Inszenierung mit den mitgebrachten Taschenlampen helfen soll, Paula zu finden. Und da taucht Paula (Mia Bleicher, 9) auch schon auf. Dialog zwei ist kein Problem.

Die beiden Aufführungen werden von den sechs Protagonisten im Block gespielt. Maximilian, Luisa und Paula sowie Jan (Taffi), Rabia Korgan (8, Graslöwe) und Charline Kemler (8, Paula). Charline war bei unserem Besuch aber leider nicht dabei. Mia übernahm dann ihren Part. Auch Jan und Rabia geben eine gute Figur in ihren Rollen ab.

Währen der eine Block probt, verfolgen die anderen drei Protagonisten aufmerksam, wie ihre Schauspiel-Kollegen spielen. Sie flüstern sogar leise den Text mit und mimen das Publikum. Sie blühen voll auf in ihren Rollen, auch wenn sie gerade nicht proben.

"Unter dem Löwen-Kostüm ist es ganz schön warm. Ich schwitze jetzt schon", sagt Rabia in die Runde. Cecilia Toups, die den Kindern gemeinsam mit Kollegin Beate Pauwels-Heinrich immer wieder Regieanweisungen gibt, kommt zu dem Schluss: "Ihr müsst euch ja auch kein Kostüm teilen, das wäre ja sonst auch eklig." Die fünf Kinder bestätigen mit einem lauten "Äääh" und "Iiiiie". Da sind sich alle einig.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Sicherheit und Geschmeidigkeit die jungen Schauspieler das Stück inszenieren. Bei so viel Text keine Leichtigkeit, findet auch Toups: "Das ist wirklich schwierig. Aber die Sechs machen das super und sind mit Leidenschaft dabei." Die Angesprochenen selbst, die vor Energie nur so sprühen, hatten nur anfangs kleine Probleme. "Da war alles noch so neu. Aber jetzt können wir das", betont Maximilian, der gut einen Kopf größer ist als der Rest der Crew. Luisa stimmt ihm zu: "Jetzt klappt es viel besser als am Anfang."

Auch Dialog neun läuft bestens. "Wie lebt es sich mit den Menschen?", fragt Graslöwe Rabia. Taffi (Jan) lobt: "Mir geht es sehr gut. Ich bin in einem total coolen Turnclub." Das ist natürlich der Homberger TV.

Nach gut einer Stunde Probe haben die Schauspieler Feierabend. Cecilia Toups bleibt jedoch noch auf dem Dachboden der Kirchschule. Auch mit den Trommlern und Percussionisten muss geübt werden. Wir verraten nicht zu viel, wenn wir versichern, dass die Grundschul-Musiker ein akustisches Feuerwerk abrennen werden. Alle Achtung! Wie auch die Schauspiel-Jugend verstehen sie etwas von ihrem Handwerk. Ein Musical-Besuch lohnt sich also.

(RP/ac)