Studiengang „Energy Science“ an der Uni Duisburg-Essen

Studiengang „Energy Science“ an der UDE : Richtiger Umgang mit knappen Ressourcen

Der Studiengang „Energy Science“ an der Uni Duisburg-Essen lockt junge Menschen mit attraktiven Auslandsaufenthalten auf der ganzen Welt.

Seit 2010 gibt es den Studiengang „Energy Science“ an der Universität Duisburg-Essen. Das Besondere ist, dass es an der ehemaligen Gerhard-Mercator-Universität, die schon vor 16 Jahren mit der Hochschule Essen fusionierte, das Fach als grundständigen Bachelor-Studiengang gibt. Und das ist der Unterschied zu den Universitäten wie Oldenburg oder Stuttgart, wo Energy Science von vorneherein als Master-Studiengang ausgelegt ist.

Was meint Professor Rolf Müller von der Universität Duisburg-Essen (UDE) dazu, warum angehende Studierende Duisburg als Standort wählen sollten? Gemeinsam mit Professor Dietrich Wolf betreut er die künftigen Energieexperten auf ihrem akademischen Weg. „Wir haben wohl versäumt, die neuen Social-Media-Kanäle, über die die jungen Leute sich heute informieren, zu bedienen. Nun haben wir auch Accounts bei Instagram und Facebook eingerichtet, um für das Fach zu werben,“ erklärt er. Warum der Studiengang überhaupt ins Leben gerufen wurde? „Häufig haben Physiker früher Jobs gefunden, für die Kenntnisse in den Energiewissenschaften wichtig waren. Doch für den ökonomischen und ökologischen Umgang mit den begrenzten Ressourcen in Form nutzbarer Energie ist ein umfassendes Wissen über die verschiedenen Energieformen, deren Umwandlung, des Transports, der Verlustmechanismen sowie des wirtschaftlichen Einsatzes erforderlich“, führt der Experte aus. Und der Schwerpunkt in der Energy Science sind naturwissenschaftliche Grundlagen aus Chemie, Mathematik und Physik, keine technischen.

Der Slogan „E=“ ist Programm. E steht eigentlich für die Physik, aber auch für Energie. So passt das Werbekonzept hervorragend zur Energy Science. Foto: Peter Marquardt

Das Interessante ist, dass für das dritte Studienjahr ein Aufenthalt an einer Partner-Universität vorgesehen ist. Und diese Liste ist spannend: Neben der Budapest University of Technology and Economics ist das etwa die Hong Kong Baptist University und die Norwegian University of Science and Technology in Trondheim. Eindhoven, Rio Grande do Sul in Brasilien und Taiwan oder Reykjavik stehen auch noch zur Wahl. „Jede Partnerhochschule stellt ihre eigenen Kompetenzen in den Mittelpunkt“, betont Möller. In Budapest sind das Kernspaltung und Kernfusion, in Hong Kong erneuerbare Energien wie Wind und Wasser und Sonne, in Eindhoven die nachhaltigen Innovationen. So macht es Sinn, dass die Unterrichtssprache im dritten und vierten Jahr Englisch ist.

Viele der angehenden Studierenden glauben, dass die Kosten für ein Auslandsjahr zu hoch sind. Sie irren oft, meint Rolf Möller. „Wer schon selbst Kosten für die Wohnung und Lebenshaltung tragen muss, wird überrascht sein, dass das Leben in Budapest günstiger als bei uns ist. Und für die anderen Partner-Universitäten gilt, dass über Erasmus Stipendien beantragt werden können. Dabei ist wichtig, dass die Studierenden die erforderlichen Leistungen in ihrem Fach bringen. Bestnoten sind nicht gefragt“, fügt Möller hinzu. So seien die Aufnahmekriterien von Uni zu Uni verschieden.

Nun hat eine Düsseldorfer Werbeagentur die Stadt Duisburg gekonnt in Szene gesetzt. Dabei ist der Slogan „E=“ Programm. E steht eigentlich für die Physik, aber auch für Energie und so passt das Konzept hervorragend zur Energy Science. In Nachtaufnahmen hat Peter Marquardt, Agenturinhaber, das weiße E von seinem blauen Untergrund, der Farbe der Universität Duisburg-Essen, befreit. Als szenische und farbliche Konstante übernimmt das Blau des Nachthimmels den Verweis auf die UDE. Plakativ und spannend sind die Wahrzeichen der Stadt Duisburg inszeniert. Der Duisport, der Innenhafen, der Landschaftspark Nord, Thyssen sowie Tiger & Turtle zieren in diesen Tagen die Innenräume der Fakultät für Physik.

Und welche Kriterien neben den wissenschaftlichen sprechen noch für den Standort Duisburg? Duisburg ist die 15. größte Stadt der Republik, hat knapp 492.000 Einwohner und als Universität Duisburg-Essen insgesamt 43.000 Studenten. Wohnraum ist noch bezahlbar, die Region lockt mit einer Fülle von Freizeitangeboten für Kultur, Sport und Spaß. Der einstige größte Stahlstandort Europas hat viel mehr zu bieten als man denkt.

Mehr von RP ONLINE