Rund 300 Euro Darum ist der Strom in Duisburg günstiger als mit der Preisbremse

Duisburg · Kundinnen und Kunden der Duisburger Stadtwerke profitieren nicht von der bundesweiten Strompreisbremse – und zwar aus gutem Grund. Wir erklären, was genau dahinter steckt und warum auch der Gaspreis bald sinken soll.

 Der Stadtwerketurm ist ein Wahrzeichen der Stadt Duisburg.

Der Stadtwerketurm ist ein Wahrzeichen der Stadt Duisburg.

Foto: Christoph Reichwein

Mit der von der Bundesregierung im Dezember beschlossenen Strompreisbremse greift für viele Menschen in Deutschland ein Preisdeckel von 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für einen Großteil des Verbrauchs. Für die Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung der Stadtwerke Duisburg ist das unerheblich, denn ihr Strompreis bleibt davon weiter unberührt.

Er liegt weiterhin unterhalb der Strompreisbremse bei günstigen 33,74 Cent pro kWh. Und das auch nicht nur für 80 Prozent des Vorjahresverbrauches, sondern für den gesamten Jahresverbrauch, wie die Stadtwerke Duisburg jetzt mitteilten.

Gegenüber einem Stromtarif auf Höhe der Preisbremse spart eine vierköpfige Familie mit einem Verbrauch von 4500 kWh im Grundversorgungstarif der Stadtwerke Duisburg derzeit 280 Euro pro Jahr. Ähnliches gilt für die langjährigen Bestandskundinnen und Bestandskunden der Stadtwerke und auch Neukunden in vielen Sondertarifen können sich langfristig Preise unterhalb der Preisbremse sichern.

„Unsere Beschaffungsstrategie ist seit jeher darauf ausgerichtet, Marktschwankungen früh zu erkennen, diese für die Menschen in Duisburg auszugleichen und so faire und dauerhaft stabile, planbare Preise anbieten zu können“, sagt Torsten Hiermann, Hauptabteilungsleiter Vertrieb und Markt bei den Stadtwerken Duisburg.

Diese langfristige Beschaffungsstrategie habe die Kundinnen und Kunden der Stadtwerke Duisburg gut durch die vielen Monate der Energiekrise gebracht. Zugleich hätten zahlreiche neue Kundinnen und Kunden einen verlässlichen Partner für die Energieversorgung erhalten, als ihr vorheriger Versorger die Energiebelieferung einstellte.

„Als Grundversorger ist es unser Anspruch, auch solche unvorhersehbaren Entwicklungen bestmöglich aufzufangen. Das ist uns mit großen Anstrengungen gelungen“, sagt Torsten Hiermann, der aber mit Sorge und Unverständnis auf neueste Entwicklungen im Markt blickt: „Wir sehen, dass sich die Preise an den Energiebörsen wieder etwas beruhigen. Damit einher geht, dass nun viele Discounter wieder in den Markt einsteigen und den Kundinnen und Kunden Angebote machen, die sich auf spekulative Marktentwicklungen stützen. Hier geht es aber um Grundlagen der Daseinsvorsorge, mit denen keine spekulativen Geschäfte betrieben werden sollten.“

Im Winter 2021/2022 hatten zahlreiche Anbieter die Belieferung ihrer Kundinnen und Kunden eingestellt, Insolvenz angemeldet oder ihren Kundinnen und Kunden gekündigt, da sie die nötigen Energiemengen nicht mehr beschaffen konnten oder wollten. Eingesprungen sind dann die lokal verantwortlichen Grundversorger wie die Stadtwerke Duisburg.

„Das Geschäftsmodell der Discounter bleibt das gleiche. Sie locken mit günstigen Preisen, ohne die Energielieferungen ihrer Kundinnen und Kunden langfristig abzusichern. Sie hoffen auf sinkende Beschaffungspreise, um ihre Marge zu vergrößern. Preissteigerungen an den Beschaffungsmärkten können zu den gleichen Folgen führen, wie wir sie schon im Winter 2021/2022 erlebt haben. Ich hoffe, dass die Kundinnen und Kunden erkannt haben, wem sie bei der Strom- und Gasversorgung dauerhaft vertrauen können“, sagt Torsten Hiermann.

Die Stadtwerke Duisburg denken und planen nach eigener Aussage „in langfristigen Zyklen“. Die Strategie, Schwankungen langfristig auszugleichen, habe sich ausgezahlt und davon würden die Kundinnen und Kunden jetzt profitieren. So kündigen die Stadtwerke Duisburg an, Mitte des zweiten Quartals 2023 die Gaspreise in der Grundversorgung den Marktentwicklungen anzupassen und zu senken. „Und das, obwohl die Beschaffungspreise noch immer auf einem deutlich höheren Niveau als vor Beginn der Preiskrise im Jahr 2021 liegen“, heißt es in einer Mitteilung.

„Unser Anspruch ist, ein fairer und verlässlicher Energieanbieter zu sein. Dazu gehört dann auch, dass Preise nicht nur erhöht, sondern auch nach unten angepasst werden, wenn sich die Möglichkeit bietet. Darauf können sich unsere Kundinnen und Kunden verlassen“, sagt Torsten Hiermann.

(dab)