Duisburg: Streit um Alte Feuerwache

Duisburg: Streit um Alte Feuerwache

Duisburger Kulturschaffende ärgern sich über die Alte Feuerwache in Hochfeld, deren Betreiber zu einem symbolischen Mietpreis einziehen und 40 000 Euro Fördergelder vom Land jährlich erhalten soll.

In der Duisburger Kulturszene ist ein heftiger Streit um die Alte Feuerwache in Hochfeld entbrannt. Betreiber Norbert Knabben, Sprecher der Grünen (Stadtmitte), erhielt bei einem Wettbewerb zur Förderung soziokultureller Zentren des Kulturministeriums NRW einen Vorbescheid, nachdem seine Kulturprojekte in der Feuerwache künftig mit 40 000 Euro jährlich gefördert werden sollen.

Zudem wird er die Feuerwache, die Eigentum der Stadt Duisburg ist und über die Immobilienmanagement Duisburg GmbH (IMG) vermietet wird, zu einem symbolischen Mietpreis nutzen können. Im Gegenzug muss er für Instandhaltungsmaßnahmen aufkommen und Untermietverhältnisse übernehmen. Dass der Mietpreis bei einem Euro im Jahr läge, konnte die Stadt Duisburg nicht bestätigen, Fakt ist, dass der Mietpreis nur Symbolcharakter hat. "Über Vertragsdetails darf ich keine Auskunft geben", sagt Anja Huntgeburth, Pressesprecherin der Stadt.

Die Entscheidungen lösten bei der Konkurrenz Empörung aus, auch beim Steinhof in Huckingen. "Das ist ein Schlag ins Gesicht für die ehrenamtliche Arbeit in Duisburg. Im Steinhof werden jährlich bis zu 10 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, bei der Feuerwache dagegen steht die kommerzielle Nutzung im Vordergrund", sagt Arno Eich, Geschäftsführer des Steinhofs, der sich ebenfalls um die Fördergelder bewarb.

Richtlinien der Jury

Die Richtlinien der Jury zur Vergabe der Fördermittel besagen unter anderem, dass ein Engagement im ehrenamtlichen Bereich zwar nicht Förderungsvoraussetzung ist, jedoch zu berücksichtigen sei. Dies ärgert Eich besonders, da im Steinhof nach seinem Bekunden gerade die ehrenamtliche Arbeit an erster Stelle steht. Auch die Überlassung der Feuerwache zu einem symbolischen Mietpreis stört Arno Eich: "Wir müssen deutlich mehr Miete zahlen und bekommen kein Gebäude, das auch noch für drei Millionen Euro saniert wurde. Auch bezweifele ich die Gemeinnützigkeit der Feuerwache. Steuergelder müssen doch zweckmäßig verwendet werden", sagt Eich, der sich auch schon mit dem Kulturministerium in Verbindung gesetzt hat, um sich über die Entscheidung zu beschweren.

Sein Mitbewerber Norbert Knabben darf zu der Juryentscheidung nichts sagen, da der Vorbescheid eine Verschwiegenheitsklausel enthalte: "Mir ist der Mund verschlossen, ich darf dazu nichts sagen", sagt Knabben. Trotzdem scheint ihm der Streit nahe zu gehen: " Es macht mir in Duisburg keinen Spaß mehr, kulturell irgend etwas anzupacken. Ich habe investiert und jetzt wird mir vors Schienbein getreten."

Knabben hält den aktuellen Streit für eine Neid- und Missgunstdebatte unter den Duisburger Kulturschaffenden: "Auch der Steinhof, der Steinbruch, das Grammatikoff und alle anderen Kulturbetriebe in Duisburg werden doch gefördert und zahlen kaum Miete."

(RP/rl)