Streik 2018 in Duisburg: Verdi legt Öffentlichen Dienst mit Warnstreik lahm

Duisburg: Verdi legt Duisburg lahm

Verdi hat die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst für kommenden Dienstag zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind unter anderem die Stadtverwaltung, die DVG, städtische Kitas und die Wirtschaftsbetriebe.

Geht es nach dem Duisburger Verdi-Chef Thomas Keuer, steht am kommenden Dienstag ganz Duisburg still. Nach dem Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft für Anfang der Woche zu Warnstreiks aufgerufen. Betroffen sind neben der Stadtverwaltung unter anderem die Verkehrsbetriebe, die Sparkassen, die Stadtwerke, städtische Kitas und die Wirtschaftsbetriebe.

Am deutlichsten werden wohl Pendler und junge Eltern die Auswirkungen der Streik-Aktionen zu spüren bekommen. Die Duisburger Verkehrsbetriebe werden am Dienstag von Betriebsbeginn bis 12 Uhr mittags bestreikt. "In dieser Zeit werden in ganz Duisburg keine Busse und Bahnen fahren", sagt Keuer. "Wir rechnen damit, dass der Linienverkehr gegen etwa 16 Uhr wieder planmäßig unterwegs sein wird." Die Beschäftigten der DVG treffen sich um 9 Uhr am Betriebshof Unkelstein und werden dann gemeinsam zur zentralen Streikkundgebung am Burgplatz (10 Uhr) marschieren.

Auch diverse städtische Kitas sollen am Dienstag geschlossen bleiben. "Welche genau, das wissen wir noch nicht", sagt der Gewerkschaftschef. "Die betroffenen Einrichtungen werden die Eltern aber zeitnah informieren. Wir haben den Streiktermin auch deshalb jetzt schon bekannt gegeben, damit die Eltern genug Zeit haben, sich um Alternativen zu kümmern."

Neben Kitas und Verkehrsbetrieben werden auch Teile der Belegschaften der Stadtverwaltung und der Wirtschaftsbetriebe in den Ausstand treten. "Wir wissen zum Beispiel von einer ganzen Abteilung des Ordnungsamtes, die sich beteiligen will", sagt Keuer. "Darüber hinaus werden am Dienstag die Recyclinghöfe geschlossen bleiben. Außerdem streiken die Straßenreinigung, die Kanalbetriebe, die Parkreinigung sowie die Umladestation Hochfeld."

Auf einen Streikaufruf für die Müllabfuhr habe Verdi dieses Mal noch bewusst verzichtet. "Wir brauchen noch Steigerungsmöglichkeiten für weitere Streiks, von denen wir zur Zeit leider ausgehen müssen."

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Die Gewerkschafter sehen der kommenden Verhandlungsrunde am 15./16. April in Potsdam mit Skepsis entgegen und klagen über fehlende Verhandlungsbereitschaft auf Arbeitgeberseite. "Die Arbeitgeber wirkten beim Verhandlungstermin Anfang dieser Woche völlig unsortiert", sagt Thomas Keuer. "Wir hatten zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass die Gegenseite überhaupt Tarif-Verhandlungen führen wollte. Im Gegenteil."

Den Angestellten der Sparkassen hätten die Arbeitgeber mit einem Angebot über 0,5 Prozent Lohnsteigerung sogar vor den Kopf gestoßen. Die Bank-Belegschaften seien deshalb für Dienstag ebenfalls zum Streik aufgerufen worden.

Verdi fordert für die Angestellten sechs Prozent mehr Lohn, mindesten aber 200 Euro. "Wir glauben, dass diese Forderung in der aktuell guten konjunkturellen Lage gerechtfertigt ist", sagt der Gewerkschafter. "Ich habe den Eindruck, das konfuse Verhalten der Arbeitgeber rührt daher, dass ihnen der Verhandlungsführer fehlt. Das war bisher immer der amtierende Innenminister."

Weil sich die Regierungsbildung in Berlin aber verzögert habe, sei dieser bei den ersten beiden Verhandlungsterminen noch nicht ernannt gewesen. "Ein Unding", findet Keuer. "Die Verantwortlichkeiten in solchen Verhandlungen müssen klar sein. Jede Verzögerung geht zulasten der Arbeitnehmer."

(th)