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Straßenverkehrsamt in Duisburg: Stadt rät Bürgern von Besuch ab

Überlastung und aggressive Stimmung : Stadt Duisburg rät Bürgern von Besuch im Straßenverkehrsamt ab

Die Stimmung im Straßenverkehrsamt Duisburg wird immer aggressiver. Die Stadt geht nun so weit, die Bürger zu bitten, das Amt am heutigen Donnerstag nicht aufzusuchen. Wertmarken werden erst gar nicht ausgegeben.

Im Wartebereich drängen sich die Menschen um die wenigen Tische und Stühle, an den Bearbeitungsautomaten bilden sich lange Schlangen, Besucher sprechen von tumultartigen Zuständen, das Personal würde beschimpft - ein fast alltägliches Bild im Straßenverkehrsamt Duisburg. Mittlerweile muss Sicherheitspersonal den Ablauf am Haupteingang regeln. Die Stadt zieht am Donnerstag Konsequenzen und bittet die Bürger über das Soziale Netzwerk Facebook, „das Straßenverkehrsamt heute nicht aufzusuchen“.

Aufgrund des derzeit hohen Andrangs würden am Donnerstag keine Wartemarken ausgegeben. „Es können lediglich weniger arbeitsintensive Vorgänge bearbeitet werden, bei denen keine Wartemarke erforderlich ist“, heißt es. Dazu gehörten Abmeldungen, Stilllegungen und Angelegenheiten des Güterkraftverkehrs. Grund für den ungewöhnlichen Schritt sei die Situation am Mittwoch gewesen. Die Mitarbeiter des Amtes hätten demnach gestern bis zu zwölf Stunden gearbeitet und müssten noch rund 250 Anträge bearbeiten, die von Mittwoch liegen geblieben seien, heißt es in dem Post.

Laut Stadtsprecherin Susanne Stölting gibt es mehrere Gründe für die aktuelle Situation des Amtes. „Ein Problem ist die hohe personelle Fluktuation innerhalb der Behörde. Immer wieder gibt es offene Stellen, weil Mitarbeiter aufgrund des psychisch belastenden Jobs entnervt hinwerfen und Nachfolger erst mühsam eingearbeitet werden müssen.“ Durch die langen Wartezeiten kippt die Stimmung immer öfter, so dass die Stadt mittlerweile Sicherheitspersonal einsetzt. „Die Mitarbeiter konnten oft nicht mehr in Ruhe arbeiten und die Kunden nicht wie gewünscht bedienen. Und dann kam es zuletzt auch durch Sprachbarrieren zusätzlich zu Verzögerungen“, sagt Stölting.

Wie lange die Situation noch anhaltend wird, ist unklar. Derzeit versuche man, das Onlineverfahren zu verbessern, um Wartezeiten zu vermeiden. Das könne aber noch Monate dauern.