Straßenterror ernst nehmen

Straßenterror ernst nehmen

Wir leben in einer Zivilgesellschaft mit Respekt für den Anderen, sind tolerant und friedfertig. Der weitaus überwiegende Teil von uns zumindest. Aber wir werden in unserer Stadt zunehmen mit Vorfällen konfrontiert, die uns die Augen öffnen sollten, dass Duisburg auch ein krimineller Hotspot ist.

Zwischen libanesischen Großfamilien und kriminellen Türken, unterstützt von nicht minder kriminellen Deutschen ist ein Krieg mit mafiösen Strukturen entbrannt. Es geht um die Vorherrschaft bei lukrativen Geschäften mit Drogen, Prostitution, Glücksspiel, Waffen etc. Da ist sehr, sogar sehr, sehr viel Geld im Spiel, auf das beide Seiten nicht freiwillig verzichten wollen - und wir sind mittendrin.

Einige der Handelnden kennt die Polizei namentlich, kann aber wegen der geltenden Gesetze nicht so dagegen vorgehen, wie wir es uns wünschen. Und landet ein Täter aus diesem Milieu wirklich mal hinter Gittern, boxt ihn sein Anwalt schnell wieder raus oder ein anderes Familienmitglied setzt die Geschäfte fort.

Vielfach hat Polizeipräsidentin Elke Bartels, auf deren Initiative übrigens die erfolgreiche Marxloher Taskforce-Gruppe entstand, das auch schon bei Vorträgen formuliert. Doch hier werden ihre Worte wohl nicht genug gehört. Dabei täten Ratspolitik und die Stadtspitze gut daran, ihr mehr zuzuhören, ihren Worten Glauben zu schenken und gemeinsam mit ihr ein Vorgehen gegen diese Banden zu vereinbaren.

Es reicht nämlich nicht, in bestimmten Stadtteilen den Sperrmüll wegzuräumen, abgewrackte Autos abzuschleppen und Schrottimmobilien zu räumen, wobei das fraglos wichtig und richtig ist. Mit der ganzen Härte der Justiz, mit Unterstützung durch Land und Bund muss gegen diese gewalttätigen Gruppen vorgegangenen werden. Ein klitzekleines Beispiel: In den 70er Jahren wurden Autofahrer wegen der Terrorgefahr regelmäßig kontrolliert und mussten zeigen, was sie in ihrem Auto transportieren. Warum sollte das nicht auch jetzt wieder gehen? Was diese bewaffneten Gangs in der Stadt treiben, das ist doch nichts anderes als Terror.

Hildegard Chudobba

(RP)