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Duisburg: Straßenstrich wird nicht akzeptiert

Duisburg : Straßenstrich wird nicht akzeptiert

Bürger und Bezirkspolitiker in Mündlheim wollen die Untätigkeit gegen den an der Mannesmannstraße etablierten Straßenstrich nicht so einfach hinnehmen. Sie suchen nach Lösungen und Formen, sich zu wehren.

Der Ärger über den Straßenstrich in Mündelheim wird größer. Die Anwohner rund um die Mannesmannstraße wollen nicht hinnehmen, dass die Stadt gegen die Prostituierten nichts unternehmen kann, von denen inzwischen meist fünf rund um die Haltestelle "Ehingen Friedhof" ihrem Gewerbe nachgehen. Derzeit wird in Mündelheim bereits überlegt, ob eine Demonstration auf der Straße nicht ein probates Mittel wäre, um auf die Situation vor Ort aufmerksam zu machen. Aber noch ist darüber nicht entschieden.

Einer, der die Klagen der betroffenen Anwohner immer wieder zu hören bekommt, ist Heiner Lambertz vom Bürgerverein Ehingen. "Irgendwas muss passieren", sagt er, denn die Zustände rund um die Bushaltestelle würden immer unhaltbarer. Da würden sich die Prostituierten notdürftig mit Wasser aus der Flasche im Wartehäuschen waschen. Im angrenzenden Grünzug hätten sie sich eine Art Toilette eingerichtet. Das zugemüllte Wartehäuschen sei von der DVG zwar zwischenzeitlich mal gereinigt worden, doch das Gelände drumherum nicht. "Dafür ist die DVG nicht zuständig", sagt Lambertz.

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Zuhälter kommen angeblich aus Krefeld

Ab und an ließen sich wohl auch die Zuhälter der dort arbeitenden Damen blicken. Die kämen mit großen schwarzen Wagen mit Krefelder Kennzeichen. Unorganisiert nämlich scheint der Straßenstrich in Mündelheim keinesfalls zu sein. Gibt man in einer Internet-Suchmaschine Straßenstrich Mündelheim ein, erscheinen entsprechende Links zu Webseiten, auf denen dieser Standort angegeben ist, ebenso wie der an der B 288.

Und nicht nur den Bürgern ist die Prostitution in Mündelheim ein Dorn im Auge. Auch die Bezirksvertreter von CDU und SPD, Wolfgang Schwertner und Karl Ergoi, wollen den Straßenstrich nicht einfach hinnehmen. Schwertner möchte das Thema noch einmal zum Thema in der BV Süd machen. Und auch Ergoi sucht nach Lösungsmöglichkeiten. "In Düsseldorf wurde gegen einen Straßenstrich vorgegangen, weil er an einem Schulweg lag", sagt er. Ob sich das auf Mündelheim übertragen ließe, müsse geprüft werden. Immerhin wird die Bushaltestelle "Ehingen Friedhof" auch von den Schülern weiterführender Schulen genutzt.

Stadt Krefeld erreichte Verbot

Vielleicht könnte auch ein Blick nach Krefeld Hoffnung bieten. Dort hat die Stadt Krefeld in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung in Düsseldorf zumindest erreicht, dass der Straßenstrich im Bereich Ritterstraße, Neue Ritterstraße und Dießemer Bruch im Bereich der Innenstadt in der Zeit von 6 bis 22 Uhr verboten ist. Mit dem zeitlich befristeten Verbot soll verhindert werden, dass sich die Prostitution in Krefeld nur verlagert.

Bei der Politik im Duisburger Süden jedenfalls ist das Problem der Bürger längst angekommen. "Wir wollen die Prostituierten hier auch nicht haben", sagt Ergoi im Namen der SPD-Fraktion. Es bleibt aber nach wie vor die Frage, mit welchen rechtlichen Mitteln überhaupt gegen den Straßenstrich an der Mannesmannstraße vorgegangen werden kann.

(RP)