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Duisburg: Strangio im eigenen Wohnzimmer gefasst

Duisburg : Strangio im eigenen Wohnzimmer gefasst

Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Drahtziehers der Mafia-Morde von Duisburg, Giovanni Strangio, haben Duisburger Polizei und Staatsanwaltschaft Einzelheiten zum Zugriff der Kollegen in Amsterdam bekanntgegeben. Der 30-jährige Italiener wurde von den Ermittlern in seinem Wohnzimmer überrascht und gefasst.

Dies erkärte der Duisburger Chef-Ermittler und Leitende Kriminaldirektor Holger Haufmann auf einer Pressekonferenz am Morgen. Demnach hielt sich Strangio gemeinsam mit Ehefrau und zweijährigem Sohn in seiner Amsterdamer Wohnung auf, die von den Behörden bereits vor einigen Tagen lokalisiert worden war.

Sein gesuchter Schwager Francesco Romeo lag zum Zeitpunkt der Polizeiaktion im Bett eines Nebenzimmers und konnte ebenfalls festgenommen werden.

In der Wohnung, gelegen im zweiten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses, fand das Ermittlerteam von niederländischen und italienischen Spezialkräften zudem einen Betrag von mindestens einer Million Euro, der laut Haufmann aber "noch nicht genau gezählt ist".

Außerdem entdeckten die Behörden in den Räumlichkeiten eine Schusswaffe. Ob es sich dabei um die Tatwaffe der Morde vom 15. August 2007 handelt, konnte nicht bestätigt werden.

Ob Strangio nach Deutschland ausgeliefert wird, ist noch unklar. Es werde bereits ein entsprechender Antrag an die niederländischen Behörden vorbereitet, sagte der Duisburger Staatsanwalt Detlef Nowotsch bei der Pressekonferenz.

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Derzeit befindet sich der Tatverdächtige in den Niederlanden in Haft. Vermutlich werde auch aus Italien ein Auslieferungsantrag gestellt, sagte Nowotsch. Wo Strangio der Prozess gemacht wird, entscheiden dann am Ende die niederländischen Behörden.

Das Blutbad vom August 2007 geht nach Einschätzung der Ermittler auf eine Fehde zweier verfeindeter 'Ndrangheta-Clans zurück. Dabei waren am frühen Morgen des 15. August vor einem italienischen Restaurant in der Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 38 Jahren mit zahlreichen Schüssen regelrecht hingerichtet worden.

Als Haupttäter gilt Strangio, der vor der Tat im niederrheinischen Kaarst zwei Pizzerien betrieben hatte.

Im Zusammenhang mit den Morden war im Oktober 2008 der Mafiaboss Antonio Pelle gefasst worden, im November folgte in Amsterdam ein Führungsmitglied der kalabrischen Mafia. Der festgenommene 35-jährige Giuseppe Nirta ist der Schwager des nun gefassten Hauptverdächtigen Strangio.