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Duisburg: Stecker wirbt für attraktives Museum

Duisburg : Stecker wirbt für attraktives Museum

Prof. Dr. Raimund Stecker, der Direktor des Lehmbruck-Museums, begrüßte am Neujahrstag mehr als 120 zu einer speziellen Führung mit Neujahrsempfang. Es war der erste öffentliche Auftritt Steckers nach der "Kündigung mit Bewährung".

In Sachen Sanierung hat sich im Lehmbruck-Museum bis heute noch nicht viel getan. Aus den undichten Stellen im Dach tröpfelt weiter das Wasser, und die Besucher blicken auch weiterhin auf die kahle Metallkonstruktion, die einst die aus Sicherheitsgründen entfernten Deckenplatten gehalten hat. Wie berichtet war deswegen das Museum im vergangenen Jahr eine Zeitlang geschlossen. Als wäre der Ärger wegen des Sanierungsstaus noch nicht groß genug, entschied das Kuratorium des Museums in einer Sitzung kurz vor Weihnachten dann auch noch Direktor Prof. Dr. Raimund Stecker zu kündigen (die RP berichtete). Die Entlassung wird allerdings erst zum 31. Dezember 2013 wirksam, und das Gremium betonte in einer Erklärung, dass die Entscheidung noch keine endgültige sei. Stecker habe bis Mitte 2013 Zeit, "verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen". Hintergrund der Entscheidung ist die — unabhängig vom Sanierungsstau — angespannte finanzielle Situation des Hauses, für die das Kuratorium Stecker verantwortlich macht. Das Museum sei auf eine Insolvenz zugesteuert, hieß es.

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Vor diesem Hintergrund konnte man gespannt sein, was Raimund Stecker bei seinem ersten öffentlichen Auftreten nach der schlagzeilenträchtigen "Kündigung mit Bewährung" sagen würde. Gestern Mittag war es soweit: Beim ersten Termin des Jahres 2013, einem Neujahrsempfang im Lehmbruck-Museum mit anschließender Führung durch die Sonderausstellung Otto Mueller, gab Stecker sich zuversichtlich. Mehr als 120 Gäste kamen der Einladung des Museums nach — einige vermutlich aus Solidarität zum unter Druck stehenden Direktor.

Den Stress der vergangenen Tage ließ sich Raimund Stecker nicht anmerken. Viele seiner Gäste begrüßte er per Handschlag und mit einem freundlichen Lächeln. Auf seine Kündigung ging er nicht direkt ein. Das Thema kam offiziell nicht zur Sprache. Dass ihn die Kuratoriumsentscheidung getroffen hat, ließ sich nur an einigen Kleinigkeiten festmachen. Immerhin erwähnte er gestern, dass er unter den Besuchern "leider" keine Kuratoriumsmitglieder sehe. Einige Besucher lächelten da vielsagend.

Unter den Besuchern war gestern auch Frank Albrecht, der Vorsitzende des Duisburger Kulturausschusses, der übrigens kein Mitglied des Kuratoriums des Lehmbruck-Museums ist. Stecker und Albrecht wechselte offensichtlich gestern einige ernste Worte unter vier Augen. Nachdem Albrecht sich verabschiedet hatte, bekamen die Anwesenden wieder einen kämpferischen Direktor zu Gesicht, der für sein Museum warb und dabei die Besucher zu begeistern suchte. Im Gespräch mit einem Gast gab er zu, dass er zwar nicht wisse, wie es weitergehe, er aber glaube, dass er in den vergangenen Jahren gezeigt habe, dass das Lehmbruck-Museum international an Ansehen gewonnen habe. Als Direktor des Museums wolle er diesen Weg weitergehen.

Die gegenwärtige Otto-Mueller-Ausstellung sieht Raimund Stecker als positives Beispiel für die Arbeit im Lehmbruck-Museum. Otto Mueller (1874 bis 1930) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus. Die Sonderausstellung "Einfach. Eigen. Einzig", die noch bis zum 24. Februar im Lehmbruck-Museum gezeigt wird, bietet den bislang wohl umfassendsten Einblick in das Werk des Brücke-Malers.

Zu sehen sind 140 Werke aus öffentlichem und privatem Besitz, darunter acht aus dem Bestand des Lehmbruck-Museums.

(RP)