Duisburg: Startersets warten auf i-Dötzchen

Duisburg : Startersets warten auf i-Dötzchen

Die neue Schulmaterialkammer in Homberg eröffnet in zweieinhalb Wochen. Die Organisatoren haben nur eine vage Vorstellung davon, wie viel Andrang sie zu erwarten haben, aber sie versprechen: Es ist genug für alle da.

Homberg In Kellerregalen stapeln sich Schulsachen: Zeichenblöcke und Zirkel, Farbkästen und Klebstifte, Hefte, Spitzer, Schnellhefter, Lineale und Scheren – alles Mögliche, was in den Ranzen gehört. Die neue Homberger Schulmaterialkammer in der Bezirksbibliothek wartet auf ihre Eröffnung. Am Mittwoch, 25. August, ist es so weit.

In der Schulmaterialkammer gibt es Verbrauchsgüter für Grundschulkinder aus Familien mit geringem Einkommen. Für immer mehr Menschen sei es kaum zu stemmen, den Nachwuchs vernünftig für die Schule auszurüsten, erklärt Stefan Ricken vom Caritascentrum West – selbst bei Berufstätigkeit. "Die Zahl derer, die arbeiten und doch nicht genug zum Leben haben, hat drastisch zugenommen", betont er.

Was im Keller der Bücherei in den Regalen liegt, sind in aller Regel Markenprodukte. "Die Schulen legen Wert auf eine gewisse Qualität, und wir sind im Sinne der Nachhaltigkeit nicht daran interessiert, dass Stifte nach dem dritten Anspitzen abbrechen", begründet das Stefan Ricken.

Spenden und Ehrenamt

Zudem habe man im Verbund mit anderen Materialkammern gute Einkaufskonditionen, und schließlich nehme man auch No-Name-Produkte, wenn die Qualität stimme: "Das Projekt ist zu hundert Prozent durch Spenden und ehrenamtliche Tätigkeit getragen. Wir sehen zu, dass wir das Geld verantwortlich umsetzen."

Allein für die Erstausstattung eines Erstklässlers sind normalerweise hundert Euro weg wie nichts. Speziell für i-Dötzchen gibt es in Homberg deswegen Startersets: Pakete mit Dingen, die für den Unterricht auf jeden Fall benötigt werden.

Wie groß der Andrang ab dem 25. August sein wird, das kann Stefan Ricken nur vage schätzen. Nach Erfahrungen anderer Stadtteile wären etwa 200 Kinder im Schuljahr zu erwarten. Ganz egal aber, wie viele Kunden auflaufen: "Es ist genug da", verspricht Ricken. Es müssten also nicht alle am Eröffnungstag gleichzeitig auf der Matte stehen.

Sie sei froh, die Anlaufstelle in der Bibliothek zu beherbergen, sagt deren Leiterin Jutta Flaßhove. Ganz nebenbei ließen sich darüber vielleicht Leute in die Bücherei locken, die sich dort sonst weniger blicken lassen würden: "Viele Menschen haben da eine Hemmschwelle." Dabei könnten Kinder zum Beispiel prima ihre Hausaufgaben in der Bücherei erledigen.

Etwa 30 Ehrenamtliche arbeiten mit beim Projekt "Schulmaterialkammer", an der Ausgabe, im Lager und im Hintergrund. Das sind eigentlich genug Leute, aber jüngere Eltern könnten ruhig noch dazustoßen, wirbt Stefan Ricken: "Mütter oder Väter, die Erfahrungen mit Schulkindern haben, haben noch mal ein anderes Verständnis dafür, was Kinder wirklich brauchen."

Öffnungszeiten Die Schulmaterialkammer in der Bibliothek, Ehrenstraße 20, ist vom 25. August bis zum 2. September werktags (außer Montag) von 16 bis 17.30 Uhr geöffnet, danach an jedem ersten Mittwoch im Monat von 16 bis 17.30 Uhr.

(RP)